Bad Zwischenahn - Bisher gibt es in Deutschland 53 anerkannte Kneipp-Kurorte und -heilbäder – mit Bad Zwischenahn könnte bald ein weiterer dazukommen. Das Gesundheitskonzept auf fünf Säulen nach Pfarrer Sebastian Kneipp beinhaltet neben Wasseranwendungen auch Bewegungstherapie, gesunde Ernährung, heilende Kräuter und eine innere Balance.
Jetzt heißt es nur noch abwarten, bis das Ergebnis kommt. Nachdem Kurdirektor Dr. Norbert Hemken bereits im vergangenen Jahr für Bad Zwischenahn den Antrag auf staatliche Anerkennung als Kneipp-Kurort gestellt hatte, wurde nun die letzte Hürde für diese Prädikatisierung genommen – das zumindest hoffen die Verantwortlichen.
Fachleute reisen an
Neun zuständige Fachleute aus verschiedenen Bereichen, die für die Prädikatisierung eine Rolle spielen, sind eigens nach Bad Zwischenahn gereist, um sich vor Ort davon zu überzeugen, ob das Moorheilbad zukünftig auch die offizielle Bezeichnung „Kneipp-Kurort“ tragen darf. Drei Teilnehmer dieser Delegation waren vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, bei dem der Antrag im vergangenen Jahr eingereicht worden ist. Die anderen sechs bilden den sogenannten Beirat für Kurorte, die das Ministerium bei der Entscheidung unterstützen.
Die Kneipp-Therapie ist ein nach Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) benanntes Behandlungsverfahren zur Vorbeugung und Behandlung akuter Erkrankungen. Neben Wasseranwendungen (Hydrotherapie) gehören Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen zur Kneipp-Medizin sowie die Ordnungstherapie, die psychosomatische, ökologische und soziologische Zusammenhänge einbezieht.
Diesen Antrag auf eine Anerkennung als Kneipp-Kurort zu stellen, sei für den Kurdirektor eine logische Entscheidung gewesen. „Mit dem Bau der neuen Kneipp-Anlage, die im September eingeweiht wurde, haben wir bereits ein Signal gesetzt. Zudem bieten wir umfangreiche Kneipp-Therapien im Reha-Zentrum an und wollen unter anderem diesen Bereich in Zukunft weiter ausbauen“, sagt er.
Weitere Kriterien
Bei der Entscheidung, ob Bad Zwischenahn offizieller Kneipp-Kurort werden kann oder nicht, kommt es neben dem Kneipp-Angebot allerdings auch auf andere Kriterien an, die die Delegation unter die Lupe genommen hat. Darunter fiel unter anderem der Kurpark, der barrierefrei und für die Öffentlichkeit zugänglich ist und über ein Terrainkurwegenetz verfügt. Zudem hat die Delegation sich über touristische Angebote vor Ort informiert und darüber, inwieweit diese barrierefrei zugänglich sind. Auch die Tourist-Information mit ihren Informationsmöglichkeiten stand auf der Agenda.
Kurdirektor Hemken zeigt sich zuversichtlich. „Es gibt in Niedersachsen nur sechs Kneipp-Kurorte“, sagt er. „Somit würde Bad Zwischenahn in dieser Richtung eine Lücke schließen. Zudem ist es sinnvoll, sich als Heilbad breit aufzustellen und ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges Angebot bereitzuhalten.“ Wann mit dem Ergebnis zu rechnen ist, steht noch nicht fest.
