Bad Zwischenahn - Klatschmohn, Kornblumen oder Schmuckkörbchen – bunte Blühwiesen erfreuen neben Insekten auch viele Menschen und finden immer mehr Akzeptanz. Das Tiefbau- und Grünflächenamt der Gemeinde Bad Zwischenahn bemüht sich seit einigen Jahren, mit dem Anlegen solcher Blühwiesen dem Insektensterben entgegenzuwirken. Von einer großen Insektenvielfalt profitieren schließlich Vögel, Amphibien, Kleinsäuger, Reptilien oder Fische.
Doch bunte, einjährige Wiesen sind nicht unbedingt das Beste, was man Libelle, Schmetterling oder Wildbiene bieten kann: „Je vielfältiger der Mix aus hohen und niedrigen, breiten und schmalen Stängeln, Blättern und Blüten ist, desto besser werden alle Ressourcen genutzt“, berichtet Landespfleger Thomas Schurer, der in der Gemeindeverwaltung diesen Bereich betreut in einer Mitteilung. Deshalb strebt er an, vor allem außerhalb des Kernortes Bad Zwischenahn vermehrt mehrjährige Insektenwiesen anlegen zu lassen: „Die sind auf den ersten Blick eher unspektakulär, bieten aber zahlreichen Insekten wie Schmetterlingen, Wildbienen sowie Käfern Nahrung und Lebensraum und fördern dabei auch besonders stark spezialisierte Insektenarten.“
Damit ermöglichen sie eine Vielfalt von Lebensräumen, die in der freien Flur nur noch selten zu finden ist. Zusätzlich bieten sie zahlreichen Vogelarten, sowohl samen- als auch insektenfressenden, gute Nahrungsquellen. Darüber hinaus müssen diese Flächen nicht jedes Jahr wieder neu angelegt werden.
Für die mehrjährigen Insektenwiesen wird heimisches Saatgut ausgesät, die meisten Wildkräuter entfalten sich auf mageren Böden. Die Wiesen werden in der Regel nur einmal insektenschonend gemäht, und der Schnitt bleibt circa zehn Tage liegen. Dann können die Samen herausfallen und anschließend wird das Heu abgefahren. Im Kernort – zum Beispiel auf der Wiese beim Parkplatz am Alten Kurhaus oder am Regenrückhaltebecken Brummerforth – sollen die optisch ansprechenderen einjährigen Blühwiesen aber erhalten bleiben.
