Bad Zwischenahn - Einen mehr als 100 Jahre alten Baum hat die Trockenheit der vergangenen Jahre sein langes Leben gekostet. Die Eiche stand über ein Jahrhundert lang hinter der St.-Johannes-Kirche in Bad Zwischenahn. Am Donnerstag brach nun ein etwa 40 Zentimeter dicker und mehrere Meter langer Ast ab und krachte auf den Wanderweg und ein Hinweisschild. Passanten alarmierten die Feuerwehr. Inzwischen ist die Eiche komplett verschwunden.

„Der Baum war nicht mehr zu retten“, sagte Thomas Schurer vom Tiefbau- und Grünflächenamt am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung. Da rund ein Drittel der gesamten Eiche herausgebrochen war, habe es keinen Sinn ergeben, die Eiche stehenzulassen: „Es wäre nie wieder ein richtiger Baum geworden.“

Die Ursache sieht Schurer in der extremen Trockenheit. „Es gab keinen Sturm, der Ast ist einfach so abgebrochen“, sagt er. Das seien die Spätfolgen der trockenen und heißen Sommer in den vergangenen Jahren. „Es tut einem in der Seele weh, aber mit den Wanderwegen an allen Seiten ist das ist zu gefährlich“, bedauert der Baum-Fachmann.

Auch an einer alten Kastanie beim Rathaus sei zuletzt ein Ast rausgebrochen. „Bei Trockenheit ziehen sich die Bäume zusammen. Kastanien als Leichtholzart brechen unter ihrem eigenem Gewicht zusammen“, sagt Thomas Schurer. Umso erstaunlicher sei es, dass die Eiche betroffen war, weil diese Baumart als sehr robust gelte.

Die Verwaltung sieht ein „gravierendes Problem“. Beim Hof von Oldenburg steht eine Rieseneiche, die als Naturdenkmal geschützt ist. Dort sei sieben Stunden lang mit drei Männern Totholz herausgesägt worden. „Das Phänomen der absterbenden Äste haben wir überall im Gemeindegebiet“, sagt Schurer.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz