Bad Zwischenahn/Kayhauserfeld - Die Corona-Krise hat nicht für alle Wirtschaftsunternehmen nur negative Folgen gehabt. Viele Menschen haben die Zwangspausen und Kontaktbeschränkungen genutzt, um ihr Heim in Schuss zu bringen. Das haben auch Stephan Sandstede und Oliver Gajda bemerkt.
Schub durch Corona
Schon vor der Krise hatten die beiden Zwischenahner Unternehmer ihren Neubau an der Käthe-Kruse-Straße in Kayhauserfeld geplant, Baubeginn war im April. Jetzt sind die 1850 Quadratmeter Hallenfläche und 500 Quadratmeter Bürogebäude fast schon wieder zu knapp.
Ende Oktober bis Mitte November sollen die beiden Unternehmen Zaunmanufaktur und Carport-Schmiede umziehen. „Corona hat uns wirklich einen Schub gegeben“, sagt Sandstede. Mit der Zaunmanufaktur vertreibt er Tor- und Zaunanlagen aus Metall deutschlandweit, die Carportschmiede, bei der Sandstede gemeinsam mit Gajda Geschäftsführer ist, tut das gleiche mit Carports.
Weiteres Wachstum
„Bisher hatten wir unsere Büroräume im Ort und unsere Halle im Gewerbegebiet gemietet“, sagt Gajda. Der eigene Neubau soll jetzt unnötige Wege sparen und Wachstum ermöglichen. Auch deshalb blicken die beiden Unternehmer bereits auf ein benachbartes Grundstück. Jan Hullmann und Diethard Dehnert von der Wählergemeinschaft „Die Zwischenahner“ hatten die Unternehmer bereits bei der Suche nach dem Neubaugrundstück unterstützt und wollen auch diese Erweiterungspläne unterstützen.
Vorbildcharakter
Das Unternehmen könne Vorbildcharakter für Bad Zwischenahn haben, so Dehnert, nicht nur wegen der Erweiterungspläne, mit denen aus zehn Mitarbeitern langfristig 20 werden sollen, sondern auch wegen der konsequenten Ausnutzung aller Energiesparpotenziale beim Neubau.
„Uns war wichtig, dass wir durch bauliche Maßnahmen den Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren und auf regenerative Energiequellen setzen“, sagt Gajda. Bei der Heizung setzen die Unternehmen auf Erdwärme, eine Photovoltaikanlage mit Speicher produziert genug Strom für das Unternehmen und mehrere Elektroautos für die Mitarbeiter. „Auch die Hallenbeleuchtung ist intelligent geregelt und sorgt dafür, dass immer nur da Licht ist, wo auch gearbeitet wird“, sagt Gajda. Fast der gesamte Energiebedarf des Gebäudes werde selbst produziert.
Vertrieb digital
Ganz nebenbei soll auch das digitale Vertriebskonzept weiter ausgebaut werden. Ein Großteil des Geschäfts beider Unternehmen läuft mittlerweile über das Netz. Im Bürogebäude ist nicht nur Platz für die beiden getrennten Shops, sondern auch für ein Entwickler-Team. Und dieses Team solle auf Dauer nicht nur Anwendungen für die eigenen Unternehmen programmieren sondern auch für externe Kunden, sagt Sandstede.
