Bad Zwischenahn - Immer mehr jüngere Menschen praktizieren einen problematischen Cannabis-Konsum, der eine psychiatrische Behandlung erforderlich macht. Auch die Zahl der Akut-Fälle mit gefährlichen, Drogen-bedingten Reaktionen und Folgewirkungen steigt seit Jahren erheblich an. Neben Cannabis sind auch so genannte Partydrogen ein großes Problem, berichtet Dr. Ulrike Matthiensen, Leitende Ärztin der Klinik für Suchtmedizin und Psychotherapie in der Karl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn: „Bei uns werden immer mehr junge Leute eingeliefert, die nach der Einnahme eines unbekannten Drogenmixes völlig ausgerastet sind“.
Substanzen unbekannt
Das Tückische an vor allem bei vielen House- und Techno-Events verbreiteten Partydrogen ist, dass die Nutzer oft nicht wissen, welche Substanzen darin enthalten sind. Häufig handelt es sich um aufputschende Stoffe wie Speed, Amphetamine, Ecstasy und Kokain, die in unterschiedlichen Anteilen gemischt oder gemeinsam eingenommen werden. Dazu kommen häufig halluzinogene Drogen und Ketamin, das in der Szene als harmlos angepriesen wird, aber schnell in eine zerstörerische Abhängigkeit führt.
Wirkung und Risiken der scheinbar spaßbringenden Drogen werden oft völlig unterschätzt, erklärt Matthiensen: „Wer solche Drogen einnimmt, kann überhaupt nicht einschätzen, worauf er sich einlässt“.
Schädlich für Entwicklung
Auch Cannabis allein kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben und psychische Erkrankungen wie eine Psychose oder Schizophrenie auslösen. Aktuelle Studien zeigen, dass sich ein regelmäßiger Konsum bei Jugendlichen schädlich auf die soziale und geistige Entwicklung auswirkt. Als Grund verweist Dr. Ulrike Matthiensen auf das in jungen Jahren noch nicht komplett ausgereifte Gehirn, das besonders empfindlich auf die in der vermeintlich sanften Droge enthaltenen Wirkstoffe reagiert. Das gilt um so mehr, da sich der Wirkstoffgehalt der berauschenden Substanzen in Folge spezieller Cannabis-Züchtungen seit Jahren immer weiter erhöht hat.
