Bad Zwischenahn - Marco Wagner ist schwerkrank. Nach einem Schlaganfall und einer Krebserkrankung sitzt der pflegebedürftige 61-Jährige im Rollstuhl. Untergebracht ist er seit Ende 2020 in der Residenz zwischen den Auen in Bad Zwischenahn, die von der Peter Janssen Gruppe Seniorenresidenzen verwaltet wird. Das Unternehmen betreibt elf Standorte in Ostfriesland, Friesland, Ammerland und dem Saterland.
Zunächst ist Marco Wagner froh, einen Platz in Bad Zwischenahn bekommen zu haben. Im Kurort will der Mann, der aus der Eifel kommt, einen ruhigen Lebensabend verbringen. Kontakt zu Freunden und Verwandten hält der 61-Jährige vor allem über das Internet. „Dafür benutze ich meistens mein Handy. Aber das Datenvolumen ist immer ruck zuck weg“, sagt Wagner.
Kaum Internetempfang
Das liege daran, dass das Internet nur im Eingangsbereich und den Stockwerken direkt darüber empfangbar sei. „Im Zimmer habe ich Nullkommanull Empfang.“ Dabei sei ihm vertraglich zugesichert worden, dass er ein frei zugängliches W-Lan nutzen kann. In einer knappen Antwort nimmt die Pressestelle der Peter Janssen Gruppe auf die Frage zum Vertrag keinen Bezug, sondern schreibt nur: „Wir bieten unseren Bewohnern zurzeit W-Lan in öffentlichen Räumen an.“
Wagner sagt, dass er die Mitarbeiter mehrmals darauf angesprochen habe: „In den Verträgen steht, dass das Internet überall nutzbar ist.“ Auch andere Mieter hätten sich schon beschwert. Er möchte deshalb, dass sogenannte Repeater angebracht werden, um das Internet im ganzen Haus empfangen zu können. Auf seinen Vorschlag habe er die Antwort erhalten, dies würde zu hohe Kosten verursachen.
Bereits in der Vergangenheit war das Pflegeheim in die Kritik geraten. So gab es bis Ende 2019 einige Beschwerden über Mängel bei Hygiene und Ernährung. Dies wurde mit einem Mangel an Mitarbeitern begründet, der aber inzwischen behoben sein soll.
Post kommt nicht an
Ein weiteres Problem, so behauptet Marco Wagner, gebe es bei der Postzustellung. Obwohl er nicht entmündigt sei, bekomme er seine persönliche Post nicht mehr zugestellt. Stattdessen werde diese zu seinem gesetzlichen Betreuer geschickt. „Vorher habe ich meine Post immer selbst bekommen. Nur alles, was Behörden und Ämter betrifft, wurde zum Betreuer geschickt“, so Wagner.
Darüber hinaus seien einige Pakete von Bekannten nicht bei ihm angekommen. Darin hätten sich unter anderem Tabak, Hülsen und andere Gegenstände befunden. Wo die Pakete abgeblieben sein könnten, ist nicht bekannt. Sie könnten möglicherweise auch auf dem Postweg verloren gegangen sein. Allerdings behauptet Wagner: „In der Bestätigung stand, dass die Pakete hierher ausgeliefert worden sind.“ Die wiederum knappe Antwort der Pressestelle lautet: „Post und Pakete gehen natürlich an die Empfänger bzw. deren Bevollmächtigte.“
