Bad Zwischenahn - Das Bad Zwischenahner Stadion soll nach jahrzehntelanger Diskussion eine Flutlichtanlage bekommen – so hat es der Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde beschlossen. Die Lösung basiert auf einer Zusammenarbeit des VfL Bad Zwischenahn und der GVO-Versicherung, die in der Nachbarschaft des Stadions ihre neue Zentrale baut. Der VfL beantragt Mittel aus der Sportförderung, die GVO-Versicherung übernimmt die restlichen Kosten und beauftragt den Bau der Flutlichtanlage, die danach als Sachspende an die Gemeinde übergeht. Dazu soll ein Gesamtkonzept für die Nutzung des Stadions erstellt werden – auch im Bezug auf einen Vorschlag der FDP, das Stadion zu einem Sport- und Bürgerpark zu entwickeln. Ohne Diskussion kam die Entscheidung aber nicht zustande.
Wo liegen die Probleme ?
Das Flutlicht soll zunächst den Fußballplatz, die Leichtathletik-Anlagen und die Laufbahn ausleuchten. Dazu werden die Masten nahe an der Sandbahn aufgestellt, die in der Vergangenheit vom Motorsportclub Bad Zwischenahn für Rennen genutzt wurde. Mit den Masten wären diese Rennen dort nicht mehr möglich. Vertreter des Vereins erklärten in der Sitzung, sie hofften zwar, dass der Verein die Sandbahn auch künftig nutzen könne. Wenn das Flutlicht aber beschlossen würde, wolle der Verein dem auch nicht entgegen stehen. Die künftige Nutzung des Sandbahn-Bereichs ist unklar.
Sie könnte für verschiedene Formen des Freizeitsports umgebaut werden, etwa für Crossläufer, BMX-Fahrer oder ähnliches. Die FDP hatte in ihrem Konzept zudem die Schützenwiese verplant und wollte dort mehrere Felder für Ballsportarten wie Beachvolleyball oder Streetball anlegen. Sowohl Gemeindeverwaltung als auch die anderen Fraktionen machten aber klar, dass die Schützenwiese erhalten bleiben soll.
Sie wird als Trainingsfläche für den Fußball und als Multifunktionsfläche etwa für Zirkusse oder die Nutzung während der Zwischenahner Woche gebraucht. Die Sportfelder könnten aber unter Umständen auch auf der Sandbahn entstehen – viele Fragen sind also offen.
Was wollten die Parteien ?
Wegen dieser offenen Fragen plädierte Stefan Pfeiffer für die CDU dafür, die Spende zwar anzunehmen, mit dem Bau des Flutlichts aber zu warten, bis ein Konzept vorliegt. Eventuell müsse ja auch die bisherige Sandbahn künftig beleuchtet werden. Ein „Schnellschuss“ beim Flutlicht sei nicht angebracht. Michael Cordes machte für die FDP deutlich, dass das Flutlicht für das Stadion nicht Teil ihres Konzeptes sei und warb zunächst erneut dafür, die Schützenwiese in die Planungen mit aufzunehmen. Jan Hullmann (Die Zwischenahner) plädierte für einen Arbeitskreis, in dem die Parteien, die Nutzer des Stadions, aber auch der Eigentümer und der Tennisverein als Anlieger gemeinsam über die Zukunft des Stadions beraten sollten.
Henning Dierks (SPD) warb dafür, konkret zu werden. Dafür sei es nötig, dass der MSC die Sandbahn aufgibt – die Flächen seien für eine künftige Attraktivierung unverzichtbar. Ähnlich sahen es die Grünen. „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, werden wir es auch in den nächsten Jahren nicht schaffen“, sagte Arne Keil. „Seit zehn Jahren reden wir davon, dass kein Geld da ist. Jetzt ist das Geld da und es ist ein Schnellschuss?“, ergänzte Edgar Autenrieb (Die Linke). Und Bürgermeister Arno Schilling machte deutlich: Das Angebot der GVO und ihres Vorstandsvorsitzenden Gernold Lengert sei begrenzt, weitere lange Planungen könnten dazu führen, dass die GVO das Angebot zurückziehe.
Wie wurde jetzt entschieden ?
Dieses Argument brachte die Wende: Nach einer Sitzungsunterbrechung schwenkten CDU und FDP um. Für die CDU sei weiter wichtig, dass die Schützenwiese erhalten bleibe, so Pfeiffer. Bei der Errichtung der Flutlichtanlage müsse zudem darauf geachtet werden, dass auch die Fläche der ehemaligen Sandbahn in gewissem Ausmaß mit ausgeleuchtet werden könne.
Das hatte auch Bürgermeister Arno Schilling so vorgeschlagen. Jetzt soll im Verwaltungsausschuss im Juli die endgültige Entscheidung fallen, dem Bau des Flutlichts durch GVO und VfL zuzustimmen. Lediglich Jan Hullmann stimmte dagegen – er wolle sich von der GVO nicht unter Druck setzen lassen. Evert-Geert Wassink (CDU) enthielt sich – er fürchtet bei einer verstärkten Nutzung des Stadions Klagen von Anliegern.
