Rastede - Die Rasteder Bäckerei Müller & Egerer (65 Filialen, 650 Mitarbeiter) will ihren Hauptsitz erweitern. Im Gewerbegebiet „An der Brücke“ im Ortsteil Leuchtenburg plant das Unternehmen den Bau eines neuen Logistikbereichs. Der dadurch freiwerdende bestehende Logistikbereich soll ebenfalls erweitert werden, um mehr Platz für die Backstube zu schaffen. Die Fassade in diesem Bereich soll dann über große Fensterflächen Einblick in die Arbeitsabläufe der Bäckerei nach dem Prinzip „Gläserne Backstube“ ermöglichen. Der Neubau soll als ökologischer Beitrag überwiegend ein begrüntes Dach sowie Solaranlagen erhalten.
„Es handelt sich um ein Bekenntnis zum Standort Rastede, mit dem wir unser Geschäftsmodell langfristig absichern wollen“, sagt Geschäftsführer Jan-Christoph Egerer. Auch personell seien bereits Weichen gestellt worden: Sein Sohn Julian werde einmal seine Nachfolge antreten und das Unternehmen dann in der vierten Generation führen.
Die Planung
Erste Schritte für die Erweiterung machte die Bäckerei bereits 2019, als sie das nördlich angrenzende Grundstück erwerben konnte. Es befindet sich zwischen dem jetzigen Betriebsgelände und der Raiffeisenstraße. Dort soll nun der neue Logistikbereich entstehen. Die bestehenden Gebäude sollen dafür in Richtung Norden zweigeschossig erweitert werden. Aus dem neuen Logistikbereich könnten künftig die Filialen beliefert werden. Außerdem soll die Anlieferung der Rohstoffe dort abgewickelt werden. Gleichzeitig ist eine Erweiterung des westlich gelegenen dreigeschossigen Büro- und Sozialtraktes geplant, um der steigenden Zahl an Mitarbeitern den notwendigen Raum bieten zu können. Einen detaillierten Bauzeitplan gibt es aber noch nicht, auch zu den Investitionskosten wollte sich Egerer deshalb vorerst nicht äußern.
Seit 1994 befindet sich der Stammsitz des Unternehmens in dem Gewerbegebiet. Seinerzeit war die Bäckerei von der Raiffeisenstraße 32 dorthin umgezogen. Im Bereich des früheren Sitzes entstehen demnächst in einem Neubau günstige Wohnungen unter anderem für Auszubildende des Betriebes. „Der Bauantrag ist gestellt. Wir hoffen, dass wir im Herbst loslegen können“, sagt Egerer.
Bauausschuss berät
Mit den planungsrechtlichen Voraussetzungen befasst sich am Montag, 20. Juni, in öffentlicher Sitzung (17 Uhr, Neue Aula der Kooperativen Gesamtschule) der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Bauen. Die Politik wird über die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 21 beraten.
Wie die Gemeindeverwaltung in der Beratungsvorlage ausführt, sollen in dem Bebauungsplan nicht nur Flächen für eine gewerbliche Nutzung festgesetzt werden. Auch eine private Grünfläche mit Pflanzgebot im Übergang zur östlich angrenzenden Wohnbebauung ist Bestandteil des Plans. Hintergrund: Um das Vorhaben überhaupt realisieren zu können, sollen die Baugrenzen erweitert und die Grundflächenzahl erhöht werden. Bislang im Norden und Osten festgesetzte Flächen für Maßnahmen zum Schutz zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft würden dann dem Neubau zum Opfer fallen.
Ferner soll die zulässige Gebäudehöhe auf 10,50 Meter beziehungsweise 11,50 Meter festgesetzt werden. Bislang sind zehn Meter erlaubt. Vereinbart werden sollen außerdem weitergehende Regelungen zur Gestaltung des Bauvorhabens und zur Kostenübernahme. Die Kosten des Bauleitplanverfahrens werden dem Unternehmen auferlegt.
