Rastede/Ammerland/Oldenburg - Nach dem tödlich ausgegangenen Zusammenstoß eines Lastwagens mit einem Zug der Nordwest-Bahn am Bahnübergang Liethe in Rastede am 3. August laufen die Ermittlungen der Polizei nach wie vor weiter. Wie eine erneute Anfrage der NWZ bei der Polizei ergab, ist hier in unmittelbarer Zukunft auch nicht mit einem Abschluss zu rechnen. Auch Auskünfte zum Stand und Inhalt der Ermittlungen könne die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.
Das gilt auch für einen Beinahe-Unfall, der sich zwei Wochen später, am 18. August, ereignet hat. Dabei hatten nach Zeugenaussagen zwei Fahrzeuge nur kurz vor der Ankunft eines Zuges einen benachbarten Bahnübergang an der Lehmder Straße passiert. Sicherheitspersonal soll in diesem Moment anwesend gewesen sein. Nach den Aussagen der Beteiligten hätten diese Posten die Autofahrer sogar ausdrücklich aufgefordert, den Übergang zu befahren.
Hintergrund: An beiden Bahnübergängen sind wegen des Baus einer Oberleitung die automatischen Schranken außer Betrieb.
Besonders die Tatsache, dass kurz nach dem tödlichen Unfall eine zweite, ganz ähnliche Situation entstehen konnte, hat die Frage aufgeworfen, ob es generelle Mängel bei der Absicherung von Bahnübergängen gibt. Und diese Frage treibt offenbar auch die Polizei um: „Losgelöst von den Ermittlungen sollte aus hiesiger Sicht jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt geprüft werden, ob die Regelungen/Vorschriften für die unterschiedlichen Sicherungsmaßnahmen ausreichen bzw. ob es bereits jetzt erkennbare Optimierungsmöglichkeiten gibt“, schreibt die Polizei in ihrer Antwort auf die NWZ-Anfrage.
Und diese Prüfung schlägt die Polizei nicht nur gegenüber der NWZ vor, sondern richtet einen entsprechenden Appell direkt an die höchste Stelle bei der Deutschen Bahn AG: „In diesem Zusammenhang hat sich Polizeipräsident Johann Kühme in einem persönlichen Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG (Richard Lutz) gewandt, auf die Vorfälle hingewiesen und eine Prüfung der Sicherheitsvorschriften angeregt“. „Es geht um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, aber auch der Zugfahrgäste sowie des Bahnpersonals. Deshalb sollte alles getan werden, um weitere Vorfälle zu vermeiden“, sagte Kühme am Donnerstag der NWZ.
