Bad Zwischenahn - Auf Bad Zwischenahn kommt bei der Bahn einiges zu: Denn laut Horst-Herbert Witt von der Initiative Bahnlärm Bad Zwischenahn wird der Bahnverkehr auf der eingleisigen Strecke von Oldenburg nach Leer bis 2030 noch zunehmen. Das sagte der neue Vorsitzende der Bürgerinitiative kürzlich bei der Hauptversammlung im Hotel Kämper in Bad Zwischenahn.
Wunderline kommt dazu
Eine Erklärung lieferte Witt gleich mit. Zusätzlich zum Personenverkehr Richtung Norden und zum Güterverkehr nach Emden sowie der S-Bahn von und nach Bremen komme eine weitere Personenzug-Variante hinzu: die Wunderline zwischen Groningen und Bremen – und das wie vorgesehen im Zwei-Stunden-Takt. „Wenn alles wie geplant läuft und auch der Neubau der Friesenbrücke über die Ems bis 2024 fertiggestellt ist, beginnt die Wunderline zunächst von Groningen bis Leer“, erklärt Witt. Etwas später – nach Einrichtung von Ausweichgleisen und Anpassung von Bahnhöfen und Haltepunkten in den nächsten Jahren – fahre sie von Leer über Augustfehn, Ocholt, Bad Zwischenahn und Oldenburg nach Bremen.
Vergleichbar sei die von den Niederländern 2014 angeregte Wunderline mit den früheren „Eil-Zügen“ der Deutschen Bundesbahn, die nur an größeren Stationen mit Umsteigemöglichkeit in Bus-Linien hielten, so Witt. „Die direkte Bahnverbindung soll das vorhandene Nutzerpotenzial von über 10.000 Personen pro Jahr schneller von Ort zu Ort bringen und mit Finanz-Hilfe der EU die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region fördern. Bund und Land sind bei der Realisierung finanziell dabei“, berichtet der Vorsitzende der Zwischenahner Initiative.
Güterverkehr nimmt zu
Bei der Versammlung habe sich in lebhaften Diskussion gezeigt, dass der Güterverkehr in diesem Jahr wieder stark zugenommen hat. „Grund war die Umleitung von Zügen über unsere Strecke wegen Bauarbeiten der Bahnlinie über Rheine“, so Witt. Aus der Versammlung sei zum wiederholten Mal die Forderung erhoben worden, den Güterverkehr von dieser Strecke durch Bad Zwischenahn wegzunehmen und eine zusätzliche Güterbahn entlang der Autobahn zu bauen.
„Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen und mehr Leute mit Personenzügen fahren, dann muss der Engpass auf der Schiene beseitigt werden – denn noch mehr Züge bedeuten mehr Lärm und Staub, noch mehr Verspätungen und noch mehr Warterei vor den Schranken“, fasste ein Teilnehmer zusammen. Die Politik wurde aufgefordert, die nach den Wahlen zum Bundestag angekündigte Bahnreform mit dem Ziel „mehr Menschen und Güter auf die Bahn“ rasch vorzunehmen.
Neuer Vorstand gewählt
Derweil wurde bei der Hauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt: Vorsitzender ist jetzt Horst-Herbert Witt, sein Stellvertreter der bisherige Vorsitzende Wilfried Tebje, der aus gesundheitlichen Gründen nur bestimmte Aufgaben übernimmt. Wiedergewählt wurden Schriftführer Uwe Brinkhoff und Kassenwart Klaus Englert.
Die künftige Arbeit des Vorstandes richtet sich zum einen auf die Abstimmung mit den etwa 30.000 Mitglieder zählenden Bürgerinitiativen im Bundesverband BVS und zum anderen auf die deutsch-niederländische Kooperation für die künftige Bahntrassenführung in der Küstenregion. „Nur in enger Zusammenarbeit mit den Niederlanden wird uns in Zukunft eine nachhaltig klimaneutrale Bahnnutzung mit Personen- und Güterzügen gelingen“, so Witt.
