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Bahnunfall in Bad Zwischenahn Tragischer Tod wegen geplanter Zwangsheirat?

Hier kam der voll besetzte Zug später nach dem Unfall an: der Bahnhof Bad Zwischenahn. Rund 200 Reisende mussten stundenlang ausharren und betreut werden.

Hier kam der voll besetzte Zug später nach dem Unfall an: der Bahnhof Bad Zwischenahn. Rund 200 Reisende mussten stundenlang ausharren und betreut werden.

Arne Jürgens

Bad Zwischenahn - Der tragische Tod eines 17-jährigen Mädchens aus Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland) bestürzt viele Menschen. Inzwischen sickern immer mehr Details durch. Wie die Polizei aufgrund der Aussage des Lokführers bestätigt hat, handelt es sich um einen Suizid. In dieser Sache würden wir normalerweise nicht berichten, der Todesfall scheint aber eine weitere schreckliche Dimension zu haben: So sollte das Mädchen angeblich mit einem älteren Verwandten zwangsverheiratet werden, heißt es aus dem Umfeld.

Nachricht zum Abschied?

Fest steht, dass die 17-Jährige am Samstag kurz vor 20 Uhr unter den Zug auf der Bahnstrecke in Bad Zwischenahn geraten war und dabei starb. Hatte die Zwischenahnerin womöglich wegen der Zwangsheirat keine Möglichkeit mehr auf ein freies, selbstbestimmtes Leben gesehen? Darauf weist eine angebliche Abschiedsnachricht hin, welche das Mädchen vor ihrem Tod verschickt haben soll. Darin schreibt sie nach Informationen unserer Redaktion davon, dass sie enttäuscht sei, keine Unterstützung bekomme und keinen anderen Ausweg mehr wisse.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wir berichten nur in begründeten Ausnahmefällen über Suizide. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, oder jemanden kennen, der suizidgefährdet ist, suchen Sie Hilfe.

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/1110111 und 0800/1110222. Auch ein Kontakt per Chat und E-Mail ist möglich:

„Grundsätzlich werden bestimmte Todesfälle bei der Polizei gemeldet. Dazu gehört auch das Unfallgeschehen, wie es sich an der Bahnstrecke in Bad Zwischenahn ereignet hat“, bestätigt eine Sprecherin der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland auf NWZ-Nachfrage und führt weiter aus: „In solchen Fällen werden automatisch vorläufige Ermittlungen aufgenommen zu den Todesumständen. Dabei wird die Plausibilität der Ereignisse überprüft.“ Strafrechtlich relevant sei der Fall aber offenbar nicht, da kein Fremdverschulden vorliege.

Dramatische Situation

Als dramatisch stellte sich die Situation auch für die Retter dar. So waren beispielsweise die Einsatzkräfte der Feuerwehr sichtlich gezeichnet vom Geschehenen. Über der Unfallstelle wurde ein großes weißes Tuch gespannt, um Blicke zu vermeiden. Auch der Rettungsdienst und das DRK Ammerland waren im Einsatz.

Rund 200 gestrandete Zugreisende mussten teilweise stundenlang im Zug und Bahnhof ausharren und dabei das Erlebte verarbeiten. Sie wurden mit den notwendigsten Lebensmitteln versorgt, nachdem ein Ersatzlokführer den Zug in den Bahnhof Bad Zwischenahn gefahren hatte. Hunderte Reisende warteten daraufhin am Hauptbahnhof Oldenburg und an weiteren Bahnhöfen Richtung Bremen vergebens auf ihre Züge.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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