Conneforde - Mal scheint die Sonne mehr, mal weniger. Mal weht der Wind kräftiger, mal herrscht Flaute. Die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien ist deshalb weniger planbar als in konventionellen Kraftwerken. Speichersystemen kommt aus diesem Grund eine immer größere Bedeutung zu. Im Wiefelsteder Ortsteil Conneforde soll ein solcher Großbatteriespeicher entstehen.
Das Vorhaben
Das Unternehmen H-Bess GmbH aus Hamburg (Hansa Battery) hat beim Landkreis Ammerland einen Bauantrag für einen Batteriespeicher mit Anschluss an das Umspannwerk in Conneforde gestellt. Geschäftsführer Benjamin Neter und Gesellschafter Dr. Jakob Stachels stellten das Vorhaben jetzt im Wiefelsteder Bau-, Umwelt- und Klimaausschuss vor. Eine rund 1,5 Hektar große Fläche, die an das Umspannwerk angrenzt, soll für das Projekt genutzt werden. Bislang wurde auf dem Areal Mais angepflanzt. Jetzt sollen dort ein Betriebsgebäude, 72 Batteriecontainer, 36 Mittelspannungsstationen und weitere technische Anlagen errichtet werden. Die Speicherkapazität soll 300 Megawattstunden betragen. „Wir sprechen hier von einer Gesamtinvestition von 100 Millionen Euro“, berichtete Stachels. Rund 40 000 Haushalte könnten täglich mit der Energie aus dem Batteriespeicher versorgt werden. Damit trage die Anlage erheblich zur Versorgungssicherheit bei.
Der Standort
„Man muss in die Nähe der großen Umspannwerke“, machte Neter deutlich, dass es nur wenige geeignete Standorte für Batteriespeicher gebe. „Wir sind sehr froh, dass es hier einen potenziellen Standort gibt“, ergänzte Stachels. Die Anlage soll auf einem Grundstück am Klattenhofweg nordöstlich vom Umspannwerk entstehen. Die nächsten Wohngebäude befänden sich mehr als 250 Meter entfernt.
Die Höhe der Container betrage weniger als drei Meter, ging Stachels auf die Auswirkungen in der Landschaft ein. Im Zuge des weiteren Verfahrens soll ein Begrünungskonzept erarbeitet werden. Außerdem würden die Container grün gefärbt. Hansa Battery rechnet im Laufe dieses Jahres mit der Baugenehmigung. Baubeginn soll im Laufe des kommenden Jahres sein. Anfang 2027 könnte die Anlage den Betrieb aufnehmen.
Die Gemeinde Wiefelstede würde von dem Batteriespeicher außerdem finanziell profitieren, sagte Stachels. 90 Prozent der Gewinne unterlägen der Gewerbesteuerpflicht der Gemeinde. Die Vertreter von Hansa Battery stellten jährliche Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde von zwei Millionen Euro in Aussicht.
Die Reaktionen
In den Reihen der Wiefelsteder Politik stießen die Pläne auf ungeteilte Zustimmung. Als „total überfällig“ bezeichnete Hartmut Bruns (FDP) das Vorhaben, das „wir uns schon viel früher gewünscht hätten“. Er bedauerte allerdings, dass sich der Standort in Conneforde befindet. Schließlich gäbe es dort bereits das große Umspannwerk und aktuell baut Tennet dort eine neue Höchstspannungsleitung. Cornelia Kuck (Grüne) sprach von der „Technik der Zukunft“.
Die Möglichkeiten der Kommunalpolitik vor Ort, das Projekt zu beeinflussen, sind derweil gering. Bürgermeister Jörg Pieper (parteilos) wies darauf hin, dass es sich um ein privilegiertes Vorhaben handele, für das keine Bauleitplanung erforderlich sei. Freilich müssten Gutachten unter anderem zu Landschaftsschutz, Artenschutz, Lärmschutz und Brandschutz vorgelegt werden. Die Einflussmöglichkeit der Gemeinde beschränke sich darauf, dass die Anlage „nicht so sichtbar“ in der Landschaft werde.
