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Bauernproteste in Wiefelstede Landwirte sehen erste Verhandlungserfolge

Dialog mit der Politik  bei der Mahnwache: Jann-Harro Petersen (Freie Bauern), die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann, Lars Kaper und Frauke Bielefeld (v.l.):

Dialog mit der Politik bei der Mahnwache: Jann-Harro Petersen (Freie Bauern), die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann, Lars Kaper und Frauke Bielefeld (v.l.):

Freie Bauern

Wiefelstede - Fortschritte gibt es offenbar bei den Verhandlungen zwischen Vertretern von Landwirte-Organisationen und Lebensmittelhandel nach den Protesten vor dem Edeka-Zentrallager in Wiefelstede.

Der Handelsverband Lebensmittel werde kurzfristig versuchen, die im September abgebrochenen Gespräche zwischen Lebensmitteleinzelhandel und protestierenden Landwirten wieder in Gang zu bringen, heißt es in einer Mitteilung der Organisation Freie Bauern, die gemeinsam mit der Gruppe Land schafft Verbindung Proteste organisiert hat.

Gespräche mit Edeka

An einem Treffen vor dem Zentrallager habe unter anderem Edeka-Spitzenmanager Gottfried von Laue teilgenommen. Unterstützt werde das Bemühen um bessere Erzeugerpreise auch von der niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Karin Logemann, die am selben Abend die Mahnwache in Wiefelstede besuchte und mit den Bauern darüber diskutierte, durch welche politischen Entscheidungen die Stellung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette verbessert werden kann.

„Durch unsere Vereinbarung gibt es jetzt wieder eine echte Chance, die Arbeitsgruppen des Agrardialogs in erweiterter Besetzung fortzuführen und damit bei den Themen Herkunftskennzeichnung und Dreiecksverträge inhaltlich weiter zu kommen“, sagte Peter Guhl von der Bundesvertretung der Freien Bauern nach dem fast sechsstündigen Meinungsaustausch auf dem Edeka-Gelände: „Die Arbeitsgruppen sollten jetzt zügig tagen und ihre bereits detailliert entwickelten Konzepte soweit vervollständigen, dass wir im Januar 2022 Nägel mit Köpfen machen können. Für den Verbraucher muss am Lebensmittel auf den ersten Blick erkennbar sein, aus welchem Land die landwirtschaftlichen Rohstoffe stammen. Und bei Milch und Fleisch brauchen wir endlich direkte Verträge unter Einbeziehung der Verarbeiter, die uns Landwirten eine verlässliche ökonomische Perspektive bieten.“

Lob für Ampel

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung seien mit Herkunftskennzeichnung, Lieferbeziehungen und Kartellrecht eine ganze Reihe wichtiger Anknüpfungspunkte enthalten, mit denen die Rahmenbedingungen für den Absatz der Produkte positiv beeinflusst werden könnten, so die Freien Bauern.

Mit Logemann seien sich die Landwirte einig gewesen, dass funktionierende Märkte allen Beteiligten eine ausreichende Entlohnung für ihre Arbeit ermöglichen müssten. „Sollte über die angestrebten Vereinbarungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel nicht schnell Geld auf die Höfe kommen, brauchen wir dringend gesetzliche Regelungen zur Wiederherstellung eines fairen Wettbewerbs“, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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