Wiefelstede/Metjendorf - Die Wiefelsteder Gemeindeverwaltung ist beim geplanten Neubaugebiet „An der Ofener Bäke“ in Metjendorf in Erklärungsnot geraten. Hintergrund ist unter anderem der überraschende Wechsel des Planungsbüros. Dieser wurde in der Beratungsvorlage für den Straßen- und Verkehrsausschuss nicht weiter erläutert, sondern als allgemein bekannt vorausgesetzt. In der Vorlage heißt es lediglich: „Aufgrund des Wechsels des Planungsbüros (...) soll (...) ein neuer Maßnahmebeschluss (...) gefasst werden.“
Bereits im Vorfeld der Sitzung, die am Dienstagabend im Wiefelsteder Rathaus stattfand, hatte unsere Redaktion berichtet, dass sich das Rechnungsprüfungsamt eingeschaltet und einen Wechsel des Planungsbüros gefordert hatte. Dieser Vorgang war mindestens in Teilen der Politik bislang nicht bekannt gewesen. Günter Teusner (Grüne) wollte in der Sitzung die Gründe für den Wechsel des Büros erläutert haben.
Wettbewerb ermöglichen
Bauamtsleiterin Jessica zu Jeddeloh musste daraufhin einräumen, dass die Verwaltung in der Vergangenheit „sehr einseitig ein Planungsbüro“ beauftragt habe. Dies wurde offenbar vom Rechnungsprüfungsamt angemahnt und die Verwaltung aufgefordert, bei den Büros „mehrere Auswahlmöglichkeiten darzustellen“, um einen Wettbewerb zu ermöglichen. Die im März beschlossene Erschließung hatte noch das Büro Heinzelmann aus Wiefelstede erarbeitet, die neue Planung erfolgte nun durch das Büro Börjes aus Westerstede.
Für Irritationen sorgte im Ausschuss auch, dass in der Beratungsvorlage ausgeführt wird, dass „Wohnbaugrundstücke für 31 Einzelhäuser und 2 Mehrfamilienhäuser entstehen“ sollen. Im März war hingegen beschlossen worden, dass Grundstücke für 31 Einzel- und Doppelhäuser und für ein Mehrfamilienhaus ausgewiesen werden sollen. Auch auf diese Veränderung hatte unsere Redaktion die Verwaltung bereits im Vorfeld der Sitzung angesprochen. Die Formulierung sei bewusst gewählt worden, hieß es da.
Auf Nachfrage von FDP-Ratsherr Karl-Heinz Würdemann musste die Verwaltung in der Sitzung zurückrudern und die in der Vorlage stehende Formulierung korrigieren. Weiterhin gültig seien die Festsetzungen im Bebauungsplan, der nicht verändert worden sei. Somit seien auf den Grundstücken auch weiterhin Doppelhäuser erlaubt. Hinsichtlich des zweiten Mehrfamilienhauses musste Bürgermeister Jörg Pieper einräumen, dass es „noch keine Parzellierung“ für das Baugebiet gebe. Warum plötzlich zwei Mehrfamilienhäuser statt eines aufgeführt werden, blieb hingegen unbeantwortet.
Kostensteigerung
Würdemann hinterfragte außerdem die Kostensteigerung um fast 300 000 Euro nach dem Wechsel des Planungsbüros. Pieper sagte, die im März genannten Zahlen hätten auf älteren Kostenschätzungen basiert. Jetzt gebe es konkretere Schätzungen. Wie teuer die Erschließung tatsächlich wird, wisse man aber erst nach der Ausschreibung.
Und einen weiteren Fehler aus der Beratungsvorlage musste die Verwaltung auf Nachfrage Würdemanns ebenfalls korrigieren. In der Vorlage heißt es: „Das vorhandene Regenrückhaltebecken soll mit einem zusätzlichen Stauvolumen von rund 1400 Kubikmetern erweitert werden.“ Tatsächlich ist ein zusätzliches Stauvolumen von 1600 Kubikmetern nötig, wie ein Vertreter des Planungsbüros erläuterte.
