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Pilotprojekt in Bad Zwischenahn Wie Baumschulen bald Wasser sparen können

Im Einsatz für das Pilotprojekt „NuTree“: (v.li.) Jan Pinski (LWK Niedersachsen), Tina Kruse (Stadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün), Greta Fenske (Seedhouse Accelerator GmbH), Stephan Bonk (Bonk Baumschulen), Dr. Michael Malms (mm-it4you) und Andreas Heckmann (Agvolution GmbH).

Im Einsatz für das Pilotprojekt „NuTree“: (v.li.) Jan Pinski (LWK Niedersachsen), Tina Kruse (Stadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün), Greta Fenske (Seedhouse Accelerator GmbH), Stephan Bonk (Bonk Baumschulen), Dr. Michael Malms (mm-it4you) und Andreas Heckmann (Agvolution GmbH).

Seedhouse Accelerator GmbH

Ammerland/Aschhausen - Nach den extrem langen Trockenperioden der vergangenen Jahre haben Baumschulen und auch Städte mit vielen Grünflächen enorme Schwierigkeiten, ihre Bäume gesund und feucht zu halten. „Das kann man auf normalem Wege fast nicht mehr abwickeln“, sagt Greta Fenske, Projektkoordinatorin von „NuTree“ beim Seedhaus Osnabrück.

Um bei der Ressource Wasser mit mehr Bedacht vorzugehen, wird aktuell in einem Pilotprojekt bei der Baumschule Bonk in Aschhausen eine App entwickelt, mit der Baumschulbetreiber und sogar Städte die Bodenfeuchtigkeit prüfen und entsprechend gezielt bewässern können. „In Baumschulen wird meist nach Bauchgefühl bewässert. Wir wollen da präziser werden“, erklärt Fenske.

Neue Sensortechnik

Zum Einsatz kommen dabei die neu entwickelten „Climavi“-IoT-Sensoren des Start-up-Unternehmens „Agvolution“ aus Göttingen, die Temperatur, Luftfeuchte und Strahlung sowie Bodentemperatur und -feuchte auf zehn bis 90 Zentimeter Tiefe messen können. Die Datenübertragung erfolgt automatisch über Mobilfunk oder andere Netzwerkverbindungen. Mittels eines GPS-Trackers wird der Standort genau ermittelt. Da sie ihre Energie aus Sonnenstrahlung beziehen, sind die Sensoren komplett energieautark.

„Die Besonderheit ist, dass bei diesem System viele Daten berücksichtigt werden und eine KI (Künstliche Intelligenz) ein Prognosemodell erstellt“, sagt Fenske. So sieht dann beispielsweise Baumschulbetreiber Stephan Bonk, wann und wo wie viel Wasser benötigt wird. Dabei soll die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden vom Aufwuchs über den Transport bis zum Endstandort. Denn auch beim Transport muss der Wurzelballen nass gehalten werden. Einen ersten Versuch soll es im kommenden Jahr geben, wenn ein Alleebaum aus Aschhausen nach Hannover transportiert wird.

Klimatische Risiken

„Der Klimawandel bringt zunehmend klimatische Risiken. Für Baumschulen ist das ein riesiges Problem, viele wissen nicht, wie sie im nächsten Sommer zurechtkommen sollen“, sagt Projektkoordinatorin Fenske. Es gehe darum, Wasser und Arbeitskraft einzusparen. Wichtig sei, dass die Bedienung an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst wird. „Baumschulen wollen eine einfache und schnelle Technik haben und nicht auf Graphen und Balken schauen“, meint Michael Malms aus Bad Zwischenahn, der sich beim „NuTree“-Projekt um die IT kümmert.

Bilden gemeinsam mit Gitta Roßkamp den neuen Vorstand des Landesverbandes: Ocko Martens (von links), Holger Wilken, und Wilhelm Kruse.

CORONA-PANDEMIE UND WEGFALL DES RUSSLAND-GESCHÄFTS Bewegte Zeiten für Baumschulen im Nordwesten

Svenja Fleig
Kayhauserfeld

Bei der Baumschule Bonk läuft das Pilotprojekt bereits seit März. Dort wurden zehn Sensoren in den Boden gesetzt. „Es geht erst einmal um eine nachvollziehbare Dokumentation des Zustandes. Wir erfassen Werte und Daten, kontrollieren die Technik und beheben Fehler“, erklärt Malms.

Auf einem Bildschirm kann beispielsweise ein Baumschulbetreiber dann sein Gelände sehen. Je nach Bewässerungsbedarf sind die Quartiere dann grün, gelb oder rot markiert. Auch eine automatisierte Tröpfchenbewässerung kann so später einmal möglich sein, sagt Malms: „Das wäre ein nächster Schritt.“

Einsatz in Hannover

In der Stadt Hannover werden im nächsten Jahr zehn bis zwölf Sensoren platziert, um Straßen- und Parkbäume, aber auch die stadteigene Baumschule zu überprüfen. In einer Stadt gibt es natürlich andere Voraussetzungen als bei Baumschulen. So werden zum Beispiel andere Sensoren genutzt, die nicht so leicht beschädigt oder mitgenommen werden können.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen von EIP-Agri (Europäische Innovations-Partnerschaften für Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit) von der EU mit ELER-Mitteln (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums).

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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