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Zukunftslösung gesucht Insolvente Traditions-Baumschule in Westerstede macht erstmal weiter

Zukunftslösung gesucht: Wie geht es weiter mit der Baumschule an der Torsholter Hauptstraße?

Zukunftslösung gesucht: Wie geht es weiter mit der Baumschule an der Torsholter Hauptstraße?

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Westerstede - Der Ukraine-Krieg und der damit weggebrochene russische Markt und Kostensteigerungen in anderen Bereichen sorgten dafür, dass die BCM Baumschule Christoph Marken aus Westerstede Mitte August einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Oldenburg gestellt hat. Nun steht fest, dass der Betrieb zumindest bis zum Saisonstart 2023 (Frühjahr/Sommer) weiterlaufen soll. Das teilte Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH, die auch einen Sitz in Oldenburg hat, auf Anfrage mit.

Pflanzen erhalten

Kaufmann gilt als Sanierungsexperte und ist unter anderem auch als Insolvenzverwalter bei der Firma Stöhr Brot in Westerstede eingesetzt. Mitte August wurde er dann als vorläufiger Insolvenzverwalter bei der Traditions-Baumschule in der Kreisstadt berufen. „Seit diesem Zeitpunkt führen wir den Geschäftsbetrieb zusammen mit der Geschäftsführung um Christoph Marken uneingeschränkt fort“, so der Rechtsanwalt. Die Fortführung sei bis zur nächsten branchenüblichen Saison angedacht. Das wäre ungefähr der Zeitraum zwischen Frühjahr und Sommer im Jahr 2023. Damit werde die Pflege der Pflanzen weiterhin sichergestellt, dies sei wichtig, damit der Wert bis zu Saisonbeginn erhalten bleibe.

Kaufmann nannte auch weitere Details zum aktuellen Stand des Verfahrens bei der Baumschule, die ihren Sitz an der Torsholter Hauptstraße hat. „Wir erarbeiten momentan die möglichen Szenarien für eine nachhaltige Zukunftslösung“, so der Jurist. Alle Möglichkeiten würden dabei einbezogen – vom Insolvenzplan bis zu einer übertragenden Sanierung. Ein Insolvenzplan ist eine Art Vergleich mit den Gläubigern. Eine übertragende Sanierung wäre sozusagen der Verkauf des Unternehmens. „Unser Ziel ist das bestmögliche Ergebnis für das Unternehmen, die Mitarbeiter und die Gläubiger“, sagt Kaufmann dazu. Eine Lösung könnte auch schon früher erfolgen, das sei nicht abhängig vom nächsten Saisonstart in der Pflanzenbranche.

Mitarbeiter bleiben

45 Mitarbeiter der Baumschule sind von dem Verfahren betroffen. „Sie sind motiviert an Bord und halten dem Unternehmen weiterhin die Treue. Das ist sehr erfreulich“, sagt Inhaber Christoph Marken.

Auf der Internetseite des Unternehmens sind sogar noch Stellenausschreibungen zu finden. Laut Pluta sind diese jedoch aus Januar 2022 und nicht mehr aktuell. „Bei konkretem Personalbedarf werden offene Stellen jedoch weiterhin besetzt“, heißt es. Insgesamt zur Gruppe gehören derzeit etwa 80 Mitarbeiter. Andere Gesellschaften neben der Baumschule sind jedoch nicht betroffen.

Seit 2007 ist der Namensgeber Christoph Marken auch Eigentümer der BCM Baumschule. Sie betreibt seit über 50 Jahren Baumschulen auf einer Fläche von etwa 66 Hektar im Ammerland an insgesamt vier Standorten. Außerdem werden rund 34 Hektar an Landwirtschaftsfläche mit Getreide und Mais bewirtschaftet. Bekannt ist die Gruppe für ihre Bestände von Rhododendron, Laubgehölzen, Rosen und Bambus sowie Koniferen und Beerenobst.

Jan-Michael Heimann
Jan-Michael Heimann Redaktion Westerstede
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