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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Im Alter füreinander da sein

23.01.2020

Ammerland „Es geht dabei um die schönen Dinge des Lebens“, sagt Irma Preuß und blättert durch ihren prall gefüllten Ordner. Inhalt sind Unterlagen zur Qualifizierung als Seniorenbegleiterin. Dieses Ehrenamt bekleidet die 67-Jährige seit 2012. Fünf Jahre lang hat sie eine ältere Dame begleitet, bis zum Tod. „Wir waren jede Woche in einem anderen Café zum Kuchenessen, wir haben Spaziergänge gemacht, uns mit ihren Freundinnen getroffen, ganz viel geredet und ganz viel gelacht.“ Irma Preuß lächelt. Ja, es hat ihr viel Freude bereitet. Aber auch der Abschied gehört dazu, und der war nach fünf Jahren gemeinsamer Zeit natürlich ziemlich hart. „Wir sind richtige Freundinnen geworden.“

Die Qualifizierung: Wie geht das?

Die DUO-Seniorenbegleitung ist ein Ehrenamt und wird angeboten als Kooperationsprojekt der Senioren- und Pflegestützpunkte in Niedersachsen und der Freiwilligenakademie Niedersachsen.

Im Ammerland bildet die Kreisvolkshochschule (kvhs) die Teilnehmer aus.

Die Qualifizierung umfasst 50 Stunden Theorie und 20 Stunden Hospitation in einer Einrichtung. Der Kurs schließt mit einem Zertifikat ab und ist für zukünftige Ehrenamtliche kostenlos.

Freizeit gestalten

Preuß ist eine von über 20 ehrenamtlichen Begleiterinnen im Ammerland. Das Programm wird niedersachsenweit angeboten, ins Ammerland gekommen ist die Idee 2011. Anja Kleinschmidt, die Leiterin der Koordinierungsstelle für Migration und Demografie beim Landkreis, berichtet von der Hintergrundidee: „Viele ältere Menschen leben allein und möchten so lange es geht in ihrer bekannten Umgebung bleiben. Doch es fehlt ab und an ein Gesprächspartner, jemand, mit dem sie sich austauschen können.“ Da kommen die DUO-Seniorenbegleiter ins Spiel. Deutlich macht Melanie Hauber, die seit Oktober für die Koordination der Seniorenarbeit im Ammerland zuständig ist, wofür die Begleit-Tandems ausdrücklich nicht gedacht sind: „Es geht keinesfalls um eine Haushaltshilfe oder pflegerische Maßnahmen. Mit der Begleitung soll die gemeinsame Freizeitgestaltung definitiv im Vordergrund stehen.“ Irma Preuß hat das auch genauso erlebt, hat die Begleitung in der Regel als freudvoll empfunden. Es sei ein Geben und Nehmen, findet die Wiefelstederin, die durch die Senioren viele Ecken Westerstedes erst kennengelernt hat.

Familien entlasten

Doch es gibt auch andere Phasen, wie Silvia Lameyer weiß. Sie ist Seniorenbegleiterin, seit sie in Rente ging. Beruflich habe sie zuvor viel mit Älteren zu tun gehabt. „Und dann wusste ich einfach, dass ich da helfen möchte“, sagt sie. Mental, das gibt sie zu, könne so eine Begleitung durchaus auch mal anstrengend sein. „Man muss auf sich selbst achten und sich nicht verausgaben“, gibt sie ihre Erfahrung preis. Sie habe erlebt, dass die älteren Menschen teilweise klammerten, die Begleiterin ungern gehen lassen wollten.

Auch Irmtraud Lojowsky kennt das. Sie ist seit 2012 mit im Team der Begleiterinnen. „Ich finde es teilweise belastend mitzubekommen, wie schwierig es für die Angehörigen ist.“ Oftmals wohnten die weit weg, beobachteten aus der Ferne, dass es eventuell mit der Gesundheit bergab geht. Doch auch gerade das sei Motivation. „Ich kann die Familien entlasten, das ist ein schönes Gefühl.“ Auf die schwierigen Situationen, da müsse man vorbereitet sein, konstatiert daraufhin Lahmeyer.

Theorie und Praxis

Und vorbereitet, das werden die Begleiterinnen in der Qualifizierung so gut es geht. Über mehrere Monate belegen sie Theorieeinheiten, machen außerdem ein 20-stündiges Praktikum in einem Heim oder einer ähnlichen Senioren-Einrichtung. „So weiß man sicher, ob das wirklich etwas ist, was man machen möchte“, erklärt Melanie Hauber den Ansatz.
 Die Termine für die Qualifizierung stehen fest. Die Unterrichtszeiten sind jeweils donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr. Los geht es am Donnerstag, 20. Februar, und dann beinahe fortlaufend bis zum 11. Juni. Auch zwei Samstage sind vorgesehen, und zwar am 21. März sowie 25. April. Hier sind die Unterrichtseinheiten angesetzt von 9 bis 15 Uhr. Zusätzlich hospitieren die Teilnehmer jeweils 20 Stunden. Der Unterrichtsort ist bei der kvhs Ammerland, Am Esch 10, in Westerstede. Der Kurs ist kostenfrei. Antworten geben kann Melanie Hauber unter Telefon   0 44 88/56 27 60. Weitere Infos auch online unter


     www.ammerland.de 
Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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