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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Eltern haben wieder Wahlfreiheit

06.03.2018

Ammerland „Wir sind sehr dankbar, dass es diese Lösung gibt. So viele haben sich auf verschiedenen Ebenen dafür eingesetzt, dass die Förderschulen in den nächsten Jahren wieder Fünftklässler im Förderbereich Lernen aufnehmen können. Allein mit der Abschaffung von Förderschulen wird keine Inklusion erreicht, dazu ist das Thema viel zu komplex. Viele Schüler mit Handicaps können in kleinen Klassen besser auf das Leben, auf die Gesellschaft und einen Beruf vorbereitet werden. 80 Prozent der Schüler aus dem Bereich Lernen haben an der ALS die Option, einen Hauptschulabschluss zu erreichen“, sagt Dr. Arend Lüschen, Leiter der Astrid-Lindgren-Schule in Edewecht.

Um Schulpolitik ging es am Montagvormittag im sonderpädagogischen Förderzentrum am Hohenacker: Der Ammerländer CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nacke war gekommen, um mit Vertretern der drei Ammerländer Förderschulen in Edewecht, Westerstede und Rastede und deren Schulträger, Landrat Jörg Bensberg und dem Leiter der Edewechter Oberschule, Peter Röben, über ein Thema zu sprechen, das Ende Februar für eine heftige Debatte im niedersächsischen Landtag gesorgt hatte: das neue Schulgesetz. Die SPD/CDU-Landesregierung hatte beschlossen, dass Förderschulen in Niedersachsen länger erhalten bleiben als geplant. Gemeinden können als Schulträger beantragen, dass Förderschulen noch bis zum Beginn des Schuljahres 2022/2023 Schüler der Klasse 5 aufnehmen können. Das war in den vergangenen Jahren nicht mehr der Fall. Kinder mit Förderbedarf im Bereich Lernen mussten in die Regelschule (Grundschule oder weiterführende Schule). Durch die neue Regelung sollen auch die weiterführenden Schulen die Möglichkeit erhalten, sich länger auf die Aufnahme von Kindern mit Förderbedarf im Bereich Lernen vorzubereiten.

„Wir haben den politischen Willen, Förderschulen zu erhalten und ich bin optimistisch, dass die Förderschulen die notwendigen Schülerzahlen (13 pro Jahrgang) nachweisen können“, so MdL Nacke. Eine Dauerlösung sei das Ganze (noch) nicht. 2022 würde man das Thema erneut diskutieren, so Nacke.

„Auch wir sehen die Notwendigkeit, dass Eltern von Kindern mit Handicaps eine Wahlmöglichkeit haben und entscheiden können, ob sie ihr Kind zur Regelschule oder zur Förderschule schicken wollen. Inklusion beinhaltet nach unserem Verständnis diese Wahlmöglichkeit“, sagte Lausch in ihrer Funktion als Vertreterin der Gemeinde Edewecht als Schulträger der Astrid-Lindgren-Schule und zugleich als Vertreterin des Kreisverbandes des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Sie spreche, so Lausch, auch für Westerstedes Bürgermeister Klaus Groß (Förderschule an der Goethestaße) und Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen (Schule am Voßbarg). Nun wolle man in den Ammerland-Gemeinden umgehend die Anträge stellen,d damit ab diesen Sommer in den Ammerländer Förderschulen wieder Fünft und Sechstklässler im Förderbereich Lernen aufgenommen werden können.

Für die Förderschulen hieß die erneute Aufnahme von Fünft- und Sechsklässlern viel Organisationsarbeit, so Schulleiter Lüschen: Viele Förderschullehrer seien stundenweise bereits zu Grund- bzw. weiterführenden Schulen abgeordnet. Nun müsse man mit den anderen Schulen nach Lösungsmöglichkeiten suchen, wenn die Förderschulen neue Schüler bekämen. Einig waren sich alle Beteiligten auch, dass der Beruf des Lehrers interessanter gestaltet werden müsse.

Doris Grove-Mittwede
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2605

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Astrid-Lindgren-Schule | CDU | SPD

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