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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Elfstündige Tortur für große Pläne

21.06.2019

Apen Noch steht das Endergebnis nicht fest, doch freuen können sich die Vertreter von den Fördervereinen des Aper Kindergartens „Unterm Regenbogen“ und der Aper Grundschule sowie des Vereins „Little Angels“ schon jetzt: Alle drei werden hohe Spendengelder – zusammen rund 7000 Euro – erhalten.

Jens Voget war wieder auf Tour. Wie bereits im Vorjahr trat der Familienvater aus Apen kürzlich bei der Vätternrundan im schwedischen Motala kräftig in die Pedale. „Sportliches Engagement für andere“ lautet dabei die Devise für den 47-Jährigen, der im Kriminaldienst bei der Polizei in Leer arbeitet. Denn die Teilnahme an dem Amateur-Radrennen, das nach Angaben der Veranstalter mit mehr als 23 0000 Teilnehmern das größte der Welt ist, ist für Voget eine persönliche Sponsorenrallye.

Geld für jeden Kilometer

Vor der Tour hatte der Aper Gelder für den guten Zweck gesammelt. Je nach Wunsch konnte man für jeden von Voget gefahrenen Kilometer bei dem Rennen mit 10, 20 oder 50 Cent oder einem Euro unterstützen. So kamen fast 7000 Euro an Spendengeldern zusammen, die in diesem Jahr gedrittelt werden. Im vergangenen Jahr war der Erlös von Vogets persönlicher Sponsorenrallye an zwei Vereine geflossen: an den Förderverein der Aper Kita (in der seine Frau arbeitet und die sein Sohn besucht) und an den Oldenburger Verein „Little Angels“, deren ehrenamtliches Engagement für Waisenkinder in Kenia Voget als vorbildlich ansieht. Dieses Mal profitiert auch der Förderverein der Aper Schule, in die zwischenzeitlich Vogets Tochter geht.

„Ich habe diesmal elf Stunden und drei Minuten für die 300 Kilometer lange Strecke bei der Vätternrundan gebraucht, 2018 waren es zehn Stunden 55 Minuten“, berichtet Voget. Die Vorbereitung auf das Rennen sei diesmal wegen des nassen Frühjahrs nicht optimal gewesen, 4000 Kilometer hatte er 2018 absolviert, diesmal waren es rund 2900, davon viele auf dem Rennrad, das in einem Gestell im heimischen Büro stand.

Eine Herausforderung seien vor allem die letzten 80 Kilometer der in einem Stück zu fahrenden 300 Kilometer langen Strecke gewesen. Zwischen Kilometer 220 und 280 ginge es stetig bergauf. Insgesamt müsse man bei dem Rennen einen Höhenunterschied von 1800 Metern überwinden. Das Wetter sei gut gewesen, trocken, nachts um die 12 Grad (zehn mehr als 2018), aber mittags mit 25/26 Grad schon fast zu warm.

Grandiose Unterstützung auch nachts

Grandios sei wieder die Unterstützung der Fahrer gewesen, die in Gruppen von Freitagabend bis Sonntagmorgen starteten. Auch des Nachts würden begeisterte Zuschauer, in Decken gehüllt an Feuerkörben, die vorbeifahrenden Sportler lauthals anfeuern. Voget habe die 300 Kilometer diesmal zusammen mit drei weiteren Männern absolviert: seinem aus Dänemark stammenden Trauzeugen, einem in Skandinavien lebenden Deutschen, den Voget seit der Vätternrundan 2018 kennt, und einem Briten, den er diesmal in Schweden kennenlernte.

Eine dritte Teilnahme an dem schwedischen Amateur-Radrennen werde es jedoch nicht geben, kündigte der Aper am Donnerstagvormittag bei einem Besuch in der Aper Grundschule an. Dort stellte Petra Lausch, Edewechter Bürgermeisterin und Vorstandsmitglied im Verein Little Angels, das afrikanische Waisenhausprojekt vor, während Vorstandskollegin Anja Friedrich die Mädchen und Jungen in der Aper Kita Einblicke in den afrikanischen Alltag von Waisenkindern gab.

„Mir ist es wichtig, dass Kinder in der Gemeinde Apen erfahren, dass sie in einem sehr reichen Land aufwachsen und dass es in anderen Teilen der Welt Mädchen und Jungen gibt, die vieles, was für uns selbstverständlich ist, nicht haben“, sagt Jens Voget. Deshalb finde ich es auch prima, dass Anja Friedrich und Petra Lausch informieren. So kommen alle drei Einrichtungen, die ich unterstütze, auch miteinander in Kontakt.

Die Mädchen und Jungen in Kita und Schule waren sichtlich beeindruckt von dem, was sie hörten und in einer Foto- bzw. Videopräsentation sahen. Dass die Waisenkinder anfangs weder Strom noch fließendes Wasser hatten, dass es keine Duschen und Toiletten und keine Betten gab, dass Schulgeld bezahlt werden muss, Kinder ihre Wäsche selbst waschen und viele von ihnen das 30 Kilometer entfernte Meer nicht kannten, sorgte für Verwunderung.

Dank für Spenden

„Wir freuen uns riesig, dass wir durch das Engagement von Jens Voget eine Spende erhalten“, sagte Björn Becker, Leiter der Aper Grundschule. Das Geld werde zum einen in das Präventionsprojekt „Bei Stopp ist Schluss“ fließen, zum anderen in neues Inventar. Ganz begeistert sei man auch von dem Vortrag über den Verein „Little Angels“ gewesen. Das Thema „Leben in Afrika“ werde man nicht nur im Unterricht weiter bearbeiten, sondern man plane von Seiten der Schule auch, künftig mit dem Verein zusammenzuarbeiten.

Dass die Aper Kita-Kinder mehr über das Leben von Kindern in anderen Erdteilen erfahren, ist auch Sonja Nannen, Leiterin der Aper Kita „Unterm Regenbogen“, ein großes Anliegen. Auch in der Kita freut man sich riesig über die angekündigte Spende. „Wir werden das Geld voraussichtlich dafür nutzen, um Spielgeräte für das Außengelände zu kaufen“, so Nannen.

„Wir wollen von den Geldern, die wir erhalten, Schulgebühren bezahlen für unsere älteren Kinder, die weiterführende Schulen besuchen“, kündigt Petra Lausch vom Verein „Little Angels“ an.

„Bislang habe ich fast 7000 Euro an Spendengeldern zusammen, doch bis zum 28. Juni nehme ich zugunsten der drei Einrichtungen noch weitere Spenden entgegen“, kündigt Jens Voget an. Weitere Infos gibt es im Internet (www.kilometerfuerkinder.com) oder bei Jens Voget per Mail (kilometerfuerkinder@gmx.de“).

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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