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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Sie ist entspannt auf der grünen Insel

01.10.2019

Edewecht /Dublin Antonia Pophanken hat Glück gehabt: mit ihrem Chef, mit ihrer Gastfamilie und überhaupt damit, dass es endlich geklappt hat mit einem längeren Auslandsaufenthalt, und das auch noch in Irland.

Antonia Pophanken aus Edewecht ist Tischlerauszubildende im dritten Lehrjahr. Am Sonntag erst kam die 19-Jährige von einem vierwöchigen Praktikum zurück, am Montagmorgen steht sie bereits wieder mit ihrem Chef Thorsten Rippen in dessen Tischlerei in Jeddeloh I. „Das war...“, sagt sie und überlegt nur ganz kurz, bevor sich die Superlative überschlagen: „mega“, „super“, „eine krasse Erfahrung“. Vieles sei eben komplett anders als hier gewesen.

Mit „hier“ meint Antonia Pophanken zunächst die Arbeit im Tischlerbetrieb: Bei der Victorian Kitchen Company in Dublin werden ausschließlich Küchen hergestellt. Obendrein: Küchen aus Massivholz. In Thorsten Rippens Tischlerei hingegen gibt es, wie er sagt, „die komplette Bandbreite“: Treppen, Türen, Schränke und, ja, auch mal Küchen, aber: Die Arbeit mit Massivholz sei hier eben schwer zu vermitteln.

Doch allein, um einen anderen Schwerpunkt im Tischlerhandwerk kennenzulernen, ist Antonia Pophanken ja nun nicht nach Irland gefahren. Schon in der Schule wollte sie schon immer gerne an einem Austausch teilnehmen. „Das hat leider nicht geklappt.“ Und dann – so ganz genau weiß sie nicht mehr, wann und wie – hat sie in der Berufsschule mitbekommen, dass die Handwerkskammer Auslandspraktika organisiert. Die Lehrer haben dazu geraten, Antonia hatte Lust dazu. Hinzu kam das Glück, einen Chef zu haben, der dieses Vorhaben auch unterstützt hat. Zwar wird das Praktikum durch Erasmus +, ein Förderprogramm der EU, unterstützt. Die Auszubildenden werden aber in ihrer Abwesenheit von ihren Arbeitgebern weiterbezahlt – auch wenn sie dem Betrieb in der Zeit als Arbeitskraft fehlen.

Nicht selbstverständlich

„Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Antonia Pophanken. Ihrem Chef, Thorsten Rippen, ist sie deshalb sehr dankbar. Diesem liegt schlicht daran, seine Azubis zu fördern. Dazu gehöre eben auch, ihnen solche Möglichkeiten zu bieten. „Wir hatten die damals nicht, und es ist eine tolle Chance, in der Ausbildung vier Wochen lang etwas völlig anderes zu sehen“, sagt Thorsten Rippen.

Stichwort „völlig anders“: Es waren natürlich nicht nur die Massivholzküchen, die Antonia Pophanken in Irland beeindruckten. Da wäre zum einen der Zollstock: In Deutschland für die angehende Tischlerin ein unverzichtbarer Begleiter, durfte sie ihn in Irland gar nicht erst benutzen. „Die arbeiten dort ausschließlich mit Maßband und haben mir nicht geglaubt, dass wir das kaum verwenden.“ Stattdessen hieß es von den irischen Kollegen unter Androhung, das gute Stück wegzuwerfen: „Die Deutschen schon wieder mit ihrem Zollstock.“

Davon abgesehen war Antonia Pophanken sofort integriert: „Ich hatte von Anfang an nicht das Gefühl, dass ich ein Praktikum mache, sondern als würde meine Ausbildung in Irland einfach weitergehen. Es hieß einfach: ,Mach mal.‘“ Schon am vierten Tag baute sie eine Tür allein zusammen.

Sprachlich sei es anfangs etwas schwierig gewesen – der irische Akzent ist nicht immer leicht zu verstehen –, „aber die haben alle ganz langsam mit mir gesprochen. Dann ging das schon“, sagt sie.

Auch etwas skurril – oder, wie Antonia Pophanken sagt, „ganz süß“ – sind die Lohntüten: Die Mitarbeiter bekommen ihr Gehalt wöchentlich – in einem Umschlag. Und danach geht’s direkt ins nächste Pub? „Das weiß ich nicht“, sagt Antonia Pophanken und lacht. Zumindest habe sie davon nichts mitgekriegt.

Entspannter Alltag

Besonders fiel ihr auf, dass die Arbeitsweise in Irland eine ganz andere ist als in Deutschland. „Bei uns ist alles sehr strukturiert, wir sind sehr auf Daten und Termine fixiert“, sagt sie. In Irland heißt es eher: Wenn wir es heute nicht schaffen, dann machen wir es eben morgen fertig. Diese Entspanntheit möchte sie sich jetzt, wo sie zurück in Deutschland ist, gerne ein Stück weit erhalten. Wobei sie auch sagt: „Hier im Betrieb ist es ja auch schon entspannt.“

Eine andere, besondere Atmosphäre hat Antonia Pophanken aber nicht nur in der Arbeitswelt festgestellt. Am meisten beeindruckt an Irland hat sie, neben der Landschaft, die Einstellung der Menschen: „Die Leute sind sehr offen. Sie gehen ohne Vorurteile aufeinander zu, jeder spricht mit jedem“, sagt Antonia Pophanken. Als „sehr menschenfreundlich“ fasst sie das Wesen der Iren zusammen. Diese Offenheit und das Vertrauen in Fremde hat sie auch bei ihrer Gastfamilie kennengelernt. Andere Praktikanten, sagt sie, hatten nicht so viel Glück.

Das Auslandspraktikum empfiehlt sie ohne Frage weiter: „Wer die Chance hat, diese Erfahrung zu machen, sollte sie nutzen.“ Und zurück nach Irland wird sie auf alle Fälle auch fahren, irgendwann.

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Nathalie Meng Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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