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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Edewechterin sammelt Erfahrung fürs Leben

04.12.2019

Edewecht Der Wochenplan ist stramm gestrickt: Drei Tage wöchentlich hat Rieke Bruns einen Nebenjob, um ihr Taschengeld aufzubessern. Dienstags hilft sie ehrenamtlich bei der Jugendpflege in Edewecht, mittwochs trainiert sie für ihre Leidenschaft Biathlon. Am Wochenende steht Organisatorisches auf dem Plan, denn die 17-Jährige engagiert sich im Landesschülerrat Niedersachsen.

Gute Routine entwickelt

Hat sie jemals Freizeit? „Ach, na klar.“ Rieke Bruns lacht und winkt ab. „Es ist ja nicht immer alles auf einmal zu erledigen. Ich habe auf jeden Fall noch Zeit, mich mal mit Freunden zu treffen oder am Wochenende feiern zu gehen. Inzwischen habe ich eine gute Routine entwickelt.“ Sie streicht eine blonde Haarsträhne hinters Ohr und konzentriert sich auf ihren Laptop. Abgespeichert hat sie darauf Protokolle von Sitzungen, Notizen für Podiumsdiskussionen mit Politikern. Ganz schön erwachsen für eine 17-Jährige. Bekommt sie deshalb auch mal blöde Sprüche? „Meine Freundinnen ziehen mich ab und zu auf, aber nur zum Spaß. Im Alltag spielen meine Ämter nicht so eine große Rolle. Wirklich ablehnende Kommentare habe ich noch nicht gehört.“

Selbstbewusst geworden

Dass sie mal im Vorstand des Landesschülerrats landen würde, das hat Rieke Bruns vor einigen Jahren selbst nicht geglaubt. „Ich war sehr schüchtern früher. Vor Leuten sprechen hat mich richtig Überwindung gekostet.“ Doch das habe sich nach und nach gebessert. „Ich glaube, der Knackpunkt war ein Schüleraustausch mit Frankreich.“ Rieke Bruns denkt zurück. Zwei Wochen in einem anderen Land, eine fremde Sprache, auf sich selbst gestellt sein, das habe ihrem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Schubs gegeben. „Danach ging es in der Schülervertretung der Oberschule in Edewecht los“, sagt sie – da war sie in der achten Klasse. Es folgte die Stelle als stellvertretende Schulsprecherin, ein Jahr später rückte sie auf und war von der 10. Klasse an als Schulsprecherin zuständig.

Kandidatur im Schülerrat

„Irgendwie war es dann einfach logisch, für den Kreisschülerrat zu kandidieren“, sagt die 17-Jährige nüchtern. Eine Mitarbeit in diesem ist übrigens die Voraussetzung, um auch im Landesschülerrat mitwirken zu dürfen. „Hierbei sind wir sozusagen die beratenden Mitglieder für das Kultusministerium.“

Das bedeutet auch: Rieke Bruns trifft regelmäßig bekannte Politiker, allen voran den Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Ist sie deshalb sehr aufgeregt? „Das hat sich wirklich gut gegeben“, konstatiert Rieke Bruns. Inzwischen könne sie die Forderung der Jugend gut vertreten. Worum geht es derzeit? „Wir kämpfen darum, dass die Beförderung mit Bus und Bahn für Schüler kostenlos wird. Außerdem setze ich mich mit der Essensverpflegung in Schulen auseinander und dem Zustand einiger Schulgebäude.“ Schön sei, dass sie den Eindruck habe, wirklich etwas bewirken zu können.

Große weite Welt

Wird sie nach ihren Leistungen in der Schule gefragt, muss sie lachen. „In Mathe bin ich ein hoffnungsloser Fall. Aber der Rest läuft ganz gut. Ich muss mir jedenfalls keine großen Sorgen ums Abitur machen.“ Diesbezüglich habe sich ihre Meinung in den vergangenen Jahren geändert. „Natürlich ist es mir wichtig, gut zu sein. Aber kein Schulfach dieser Welt kann mir die Erfahrungen geben, die ich mit den Ehrenämtern mache.“ Es mache ihr Spaß, sich für Menschen einzusetzen. Deshalb ist sie wöchentlich auch bei der Jugendpflege aktiv: „Da koche ich mit den Kids oder helfe bei den Hausaufgaben.“ Und weil Rieke keine halben Sachen macht, ist sie bei ihrem Sportverein auch noch Jugendsprecherin. Ob ihre Mama stolz auf sie ist? „Ich glaube schon.“ Rieke lächelt. „Ich schätze, es hätte sie schlimmer treffen können.“

Und was steht nach dem Abi 2021 an? „Beruflich könnte ich mir etwas im wirtschaftlichen Bereich vorstellen.“ Die 17-Jährige strahlt. Denn vorher hat sie andere Pläne: „Ich möchte so viel wie möglich von der Welt sehen.“

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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