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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Aufruf gegen die Krippen-Not in Edewecht

09.02.2019

Edewecht /Friedrichsfehn „Stop – Es geht um Eure Kinder“ – mit diesen Worten beginnt Ariane Joost bei Facebook ihren Aufruf an andere Eltern, den nächsten Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss der Gemeinde Edewecht am Dienstag, 12. Februar, um 18 Uhr in der Mensa der Astrid-Lindgren-Schule zu besuchen. Im öffentlichen Teil geht es da unter anderem um die allgemeine „Auslastung der Kindertagesstätten und eine Übersicht über die Entwicklung in den nachfolgenden Jahren“.

Weitere Themen

Ebenfalls Thema im Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss ist die Vorstellung des Seniorenplans durch den Landkreis Ammerland.

Ariane Joost ist Gemeindeelternratsvorsitzende in Edewecht und ziemlich sauer. Ihrer Meinung nach hat es die Gemeinde Edewecht in den vergangenen Jahren verpasst, ein adäquates Konzept für eine ausreichende Anzahl an Kindergarten- und Krippenplätzen zu erarbeiten. „Es hat immer nur Mini-Übergangslösungen gegeben“, kritisiert sie. Als Beispiel führt Joost den Bau der Krippe Lüttefehn 2011 in Friedrichsfehn mit zwei Gruppenräumen an. „Man wusste, dass das nicht ausreichen würde“, schildert sie ihre Erinnerungen, „also wurde später ein Anbau drangesetzt mit einer Kita- und einer weiteren Krippengruppe“.

Kosten für Provisorien

Dirk Sander, Leiter des Fachbereichs II (Bildung, Ordnung und Soziales) bei der Gemeinde, kann die Kritik der gelernten Erzieherin und Mutter zweier Kinder nachvollziehen: „Häufig sind die Erweiterungsprojekte nicht so weitreichend geplant worden und glichen manchmal Holterdipolter-Aktionen.“ Grund gewesen sei, dass es kein verlässliches Demografie-Konzept gegeben habe. Auch jetzt müsse man dringend Krippenplätze schaffen, wozu man ja rechtlich verpflichtet sei. Denn die Anmeldungen überstiegen das Angebot deutlich. „Am besten hätten wir bis gestern schon einen neuen Krippenraum“, so Sander, „doch der muss passen und finanziell umsetzbar sein“.

Mit den Plänen der Gemeinde, nun eine Krippengruppe entweder in den Bewegungsraum der Kita Lüttefehn oder ins Jugendzentrum Friedrichsfehn zu siedeln, ist Joost überhaupt nicht einverstanden. „Den Kindern der Kita Lüttefehn wird wieder der Bewegungsraum genommen“, bemängelt sie, „und außerdem sind die Räumlichkeiten völlig ungeeignet“. Das, so führt sie aus, koste dann nur wieder Geld, um alles krippengerecht umzubauen, bis dann schließlich, irgendwann, eine Kita in Friedrichsfehn mit zwei Kindergarten- und drei Krippengruppen gebaut werde.

Es geht um viel Geld

„Es müssen viele Prüfungen durchgeführt werden“, weiß Dirk Sander, „um einen Neubau zu erreichten“. Es gehe um sehr viel Geld, und haushaltsrechtlich sei es so, dass entstehende Kosten auch begründet werden müssten. Am wahrscheinlichsten ist derzeit, dass das neue Gebäude neben der Kita Lüttefehn an der Straße „Am Ortsrand“ entstehen wird. „Das Gelände ist erschlossen und gut geeignet“, sagt Sander, „aber ein Datum gibt es noch nicht“.

Mit hohen Kosten und viel Aufwand wäre es in Ariane Joosts Augen auch verbunden, wenn die Krippe in das Jugendzentrum Friedrichsfehn ziehen würde. Auch hier investiere man viel Geld in ein Provisorium, das zunächst einmal den Anforderungen angepasst werden müsse. Und: „Das Jugendzentrum soll dann ja auch noch umziehen – und irgendwann wieder zurück.“

Generationenwechsel

Was die 38-Jährige nicht verstehen kann: „Hier, um uns herum, sind überall Baugebiete, und auch in den übrigen Wohngebieten ziehen allmählich die jüngeren Generationen mit Kindern ein – das weiß man doch vorher, warum plant man das dann nicht von Anfang an entsprechend?“

Konkret will sie diese Fehlentwicklung gar nicht an bestimmten Personen festmachen. „Es sind alle Parteien gemeinsam, die da im Rat Entscheidungen treffen und scheinbar von Kindern keine Ahnung haben.“ Denn: Seit Jahren würden Provisorien gebaut, ständig müssten irgendwo Kinder umziehen, ob aus Räumlichkeiten oder Gebäuden, während sich die Situation zuspitze.

„Es sind sicherlich Fehler gemacht worden“, räumt Dirk Sander ein, „und zu denen müssen wir stehen.“ Aber jetzt gehe es zunächst erst einmal darum, den akuten Bedarf zu decken.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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