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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Ärger über fehlenden Zeitplan

14.02.2019

Edewecht /Friedrichsfehn Der Druck auf die Gemeinde wächst, weil es deutlich mehr Anmeldungen mit Rechtsanspruch für einen Krippenplatz gibt, als Plätze zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass schnelle Abhilfe geschaffen werden muss. Eine Lösung, die die Gemeindeverwaltung präferiert, stellte Dirk Sander Dirk Sander vom Fachbereich Bildung, Ordnung und Soziales gestern bei einer Ortsbegehung mit Mitgliedern des Sozialausschusses in der Kita Lüttefehn in Friedrichsfehn vor.

Der dortige Bewegungsraum soll für maximal zwölf Monate, also für die Dauer des Anbaus eines weiteren Gruppenraums, zur Krippe umfunktioniert werden. Die Pläne sind noch nicht abschließend geklärt, denn die Bauaufsichtsbehörde, das Gesundheitsamt und das Landesjugendamt müssen die Maßnahme noch genehmigen, doch nach Ansicht der Gemeinde ist es eine Variante, die kostengünstig umzusetzen wäre. „Wir müssen eine Trennwand entfernen“, sagte Rolf Torkel, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, „aber das ist keine gewaltige Maßnahme“. Natürlich müsse auch die notwendige Ausstattung angeschafft werden, aber die bleibe ja für die Zukunft, so Torkel weiter.

Wenig Begeisterung

Es ist eine Variante, die bei der Kindergartenleitung wie auch bei den Eltern der Kinder auf wenig Begeisterung stoßen dürfte. Denn: Einerseits wird es durch 15 zusätzliche Kinder deutlich enger in der Einrichtung, was dazu führen könnte, dass die Kinder künftig ihre Mahlzeiten in den Gruppenräumen zu sich nehmen müssen. Außerdem fiele der Bewegungsraum weg, was den Eltern, die ihr Kind an einer Bewegungs-Kita angemeldet haben, eher nicht schmecken dürfte. Ein kleiner Wermutstropfen daran: „Wir können uns berechtigte Hoffnungen machen, dass wir Zeiten in der benachbarten Turnhalle bekommen“, erklärte Rolf Torkel.

Doch mit dieser Maßnahme können nur 15 weitere Krippenkinder untergebracht werden. Es fehlen aber 34 Plätze – Tendenz steigend laut Demografiegutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Deshalb soll auch in Jeddeloh II eine Gruppe angebaut werden. Um aber auch in Zukunft dem Rechtsanspruch von Eltern auf einen Krippenplatz gerecht werden zu können, plant die Gemeinde deshalb einen Neubau auf einem direkten Nachbargrundstück. Doch wann dieser fertig sein wird, steht noch in den Sternen.

Fest steht hingegen: Das Gebäude soll fünf Gruppenräume beheimaten und könnte um die vier Millionen Euro kosten. Noch nicht fest steht indessen, wer die Einrichtung überhaupt betreiben soll. Die Gemeinde selbst? Die Kirche? Oder doch jemand anderes?

Im Anschluss an die Ortsbegehung versammelten sich zahlreiche Bürger im Besucherbereich der Astrid-Lindgen-Schule in Edewecht, um im Sozialausschuss ihre Fragen zur Kita- und Krippensituation zu stellen. Zuvor aber stellte Dirk Sander die Auslastung der Kindertagesstätten und eine Übersicht über die Entwicklung in den Folgejahren bis 2035 vor.

Maximal zwölf Monate

Laut Demografiegutachten (wahrscheinlichste, positive Rechenvariante) soll die Zahl der Drei- bis unter Sechsjährigen bis 2035 um 4 Prozent steigen, während die Zahl der Null- bis unter Dreijährigen um 8 Prozent sinkt. Entsprechend werden bis 2035 31 Kindergartenplätze fehlen, bei den Krippenplätzen sind es schon satte 143 (einschließlich Tageseltern/ ohne: 34). Es muss sich also gravierend etwas tun, will man nicht in den kommenden Jahren immer wieder einer Unterversorgung hinterherlaufen. Denn es wird mit einem Anstieg der Betreuungsquote auf 60 Prozent gerechnet.

Ausschussmitglied Dr. Hans Fittje (SPD) brachte schließlich auf den Punkt, was viele der Bürger im Auditorium beschäftigte: „Der Bedarf für die nächsten 16 Jahre ist konstant“, merkte er an, „und ich möchte gerne konkret wissen, bis wann die Maßnahmen umgesetzt sein werden, und das schriftlich“. Zum Zeitplan in der Kita Lüttefehn konnte Rolf Torkel konkretere Angaben machen, auch wenn diese nicht in Stein gemeißelt sind: „Wir haben die Hoffnung, dass der Umbau des Provisoriums noch im laufenden Kindergartenjahr abgeschlossen ist.“ Ab dann würde auch die Uhr für den Anbau ticken, denn binnen zwölf Monaten soll schließlich der Anbau stehen.

In der anschließenden Einwohnerfragestunde ging es dann auch ausnahmslos um den zuvor geschilderten Themenbereich. „Könnte man nicht die Anzahl der Tagesmütter stärken?“, fragte etwa eine Bürgerin. „Es gibt Elternhäuser, die das bieten, aber was passiert, wenn die Tagesmutter mal krank ist?“, gab Dirk Sander zu bedenken. Ein Problem sei, dass auf der einen Seite eine geeignete Immobilie benötigt werde, andererseits aber auch ein Betreiber.

Keine Container-Lösung

Auch die Frage nach einer Container-Lösung für den Übergang wurde diskutiert. Dazu Rolf Torkel: „Klar ginge das, in drei Monaten stünden die Container“, so Torkel, „doch die Genehmigungen sind die gleichen wie bei einem Neubau.“ – Bauaufsicht, Gesundheitsamt, Jugendamt. Außerdem: „Drei Jahre mieten ist wie einmal bauen.“

Heißt: Die Miete für die Containerlösung würde einen beträchtlichen sechsstelligen Betrag verschlingen. „Es ist wenig attraktiv, das so zu machen“, urteilte Torkel, „besser ist es, schnell ein Provisorium zu realisieren“. Da müsse man nun die Ärmel hochkrempeln und was tun. Jürgen Kuhlmann von der CDU schlägt derweil versöhnlichere Töne an: „Alles braucht eben seine Zeit“, so Kuhlmann, „und ich sehe die Gemeinde auf einem guten Weg“.

Aber auch einige Missverständnisse konnten ausgeräumt werden. So vermutete eine Mutter, ihr Kind, das derzeit die Außengruppe der Kita Sonnenhügel im ehemaligen Schulkindergarten der Grundschule in Friedrichsfehn besucht, müsse mit Fertigstellung in das voraussichtlich entstehende Provisorium in der Kita Lüttefehn umziehen. „Das stimmt nicht“, konnte Rolf Torkel sie beruhigen, „das Kind kann dort bleiben“.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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