• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Ein Jahr China auf Stundenplan

04.08.2016

Westerstede Sich in China zurechtzufinden, ist für Emil Waskönig (15) kein Problem. Er spricht die Sprache und kann sich problemlos verständigen. Ein ganzes Schuljahr hat er in Zhengzhou verbracht. „Das ist eine Riesenstadt mit neun Millionen Menschen im Nordosten in der Provinz Henan. Hier aber kennt die kein Mensch“, erzählt der Westersteder und lacht.

Angefangen hatte alles mit einer chinesischen Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium, die er bereits mit zwölf Jahren besuchte. „Ich interessiere mich für Sprachen und fand das interessant“, blickt der Schüler zurück. Mit einem Grundwortschatz ausgestattet kam er über die Organisation „Experiment e.V.“ Ende August vorigen Jahres in Shanghai an und erreichte nach einer elfstündigen Zugfahrt sein Ziel.

„Anfangs fühlte ich mich ziemlich verloren, weil ich mich trotz des Sprachunterrichtes nicht richtig verständigen konnte. Im Chinesischen kommt es ja sehr auf die Betonung an. Aber es ist überraschend, wie schnell man eine Sprache lernt, wenn man darauf angewiesen ist.“

Schon bald knüpfte er Kontakte zu Gleichaltrigen im Land. „Man sollte ja die Chance nutzen und sich integrieren, statt nur mit anderen Ausländern zusammen zu sein“, findet der Westersteder. Unter der Woche lebte er mit seinem Gastbruder in einer eigenen Wohnung in der Nähe der internationalen Schule, die beide besuchten. Am Wochenende ging es zur Familie, die mit ihm Ausflüge unternahm und ihm erklärte, wie chinesische Gerichte zubereitet werden. „Ich habe alles gegessen und alles probiert“, erzählt er lachend. „Ich bin von der Familie mit Liebe und Herzlichkeit aufgenommen worden“, sagt der 15-Jährige.

So tauchte er tief in die chinesische Kultur ein. Man treffe sich normalerweise nicht zu Hause, sondern gehe essen, ins Kino, zum Karaoke oder in den Park.

Allerdings, so sagt er, sei für Unternehmungen relativ wenig Zeit geblieben. „Ich war in der Regel von morgens um 7 Uhr bis abends um 21 Uhr in der Schule. Dort haben wir auch gegessen. Anfangs war ich völlig platt. Aber auch daran gewöhnt man sich.“ Im Alltag gab es strenge Vorschriften, aber auch Korruption, hat der Schüler festgestellt. „Mädchen durften in der Schule kein Make-up und keinen Schmuck tragen. Manche haben es sich aber erkauft.“ Über Politik spreche man ungern. Stattdessen seien Chinesen sehr familiär. „Familie hat die höchste Priorität, erst dann kommen die Freunde.“

Nach einem Jahr in China wird sich der Gymnasiast jetzt wieder im deutschen Schulalltag zurechtfinden müssen. Seine Erfahrungen sieht er durchweg positiv. „So einen Aufenthalt kann ich nur empfehlen“, sagt er. Für ihn persönlich steht schon fest: „Im nächsten Sommer werde ich auf jeden Fall wieder hinfahren.“

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2604
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.