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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Gesamtschule erfüllt Vorbildfunktion

31.05.2006

RASTEDE Die KGS leistet einen Beitrag zur Innovation von Schule. Die Projektschwerpunkte liegen in den Themen Umwelt, Rassismus und Globalisierung.

von anja rohde RASTEDE - „Es ist eine Schule mit herausragenden Ideen“, lobt Jürgen Drieling. Der Landeskoordinator des Programms der Bund-Länder-Kommission (BLK) für Bildungsplanung und Forschungsförderung freut sich, die Kooperative Gesamtschule (KGS) Rastede als Teilnehmer im BLK-Programm Transfer-21 begrüßen zu können. Er überreichte gestern Schulleiter Gerd Kip und Projektbetreuer Udo Brüning eine Urkunde, die die Teilnahme bestätigt.

Bereits im Vorläuferprogramm des BLK war die KGS vertreten. Sie leiste mit ihren zahlreichen Projekten einen Beitrag zur Innovation von Schule. Damit käme ihr eine „Vorbildfunktion“ zu, erläuterte Drieling bei der Übergabe. Drei Projekt-Schwerpunkte verbänden schulisches und außerschulisches Engagement miteinander und wiesen über die herkömmliche Wissensvermittlung im Klassenzimmer weit hinaus, betonte Drieling.

So zählt die KGS zu den „Umweltschulen in Europa“. Eine naturnahe Schulhofgestaltung mit Streuobstwiese und Feuchtbiotop zeugen davon. Ein weiteres Projekt ist „Schule ohne Rassismus“, in dem Fremdenhass und Diskriminierung thematisiert werden und zu dem Gastredner wie der Botschafter des Staates Israel, Shimon Stein, geladen werden. Auch die Beteiligung an „Globolog“, einem Projekt, das westliche Welt und Entwicklungsländer einander näher bringen soll, zeichne die KGS aus, sagt Drieling. Nur fünf Schulen aus Niedersachsen, darunter die Gesamtschule, erhielten aus hunderten von Bewerbern die Zusage zur Beteiligung (die NWZ berichtete). Rastede kooperiert dabei mit einer Schule in Nicaragua, im Raum San Francisco Libre. Projektbetreuer Brüning greift bei dem Projekt zu ungewöhnlichen Mitteln: Anhand von Bienenvölkern werden Fragen der sozialen Gerechtigkeit verdeutlicht. Insbesondere Schüler der Jahrgänge fünf und sechs sind an dem Projekt beteiligt, das durch den Verkauf des

gewonnenen Bienenhonigs die Schüler auch marktwirtschaftliche Erfahrungen sammeln lässt. Von dem so eingenommenen Geld bauen die Schüler beispielsweise einen Unterstand, der ihnen bei der Imkerei bei schlechtem Wetter Schutz bieten kann, sagt Brüning. Ein Glas Honig nimmt Drieling mit auf die Fahrt zu den Ministerien nach Bonn, wo er das Glas sozusagen als „Botschafter“ für das Engagement und den Einsatz der Schule überreichen möchte.

Bis zum Jahr 2008 haben sich alle Bundesländer verpflichtet, zehn Prozent ihrer Schulen in das BLK-Programm zu heben. „Niedersachsen hat dieses Limit bereits erreicht“, sagt Jürgen Drieling nicht ohne Stolz. Die KGS ist nun erneut eine von ihnen.

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