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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Wolf genießt höchstmöglichen Schutz

21.12.2018

Gristede Er genießt als „prioritäre Art“ höchstmöglichen Schutz: der Wolf. Und er ist längst in Niedersachsen angekommen. 21 Rudel, 2 Wolfspaare sowie ein residenter Einzelwolf sind hier derzeit amtlich festgestellt, berichtete jetzt in Gristede Ralf Lohse, ehrenamtlicher Wolfsberater im Ammerland.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Anika Börries und Dr. Uwe Bruns sowie Ute Aderholz vom Umweltbildungszentrum Ammerland informierte er auf Einladung der Gristeder Waldkinder-Tagespflege im Dorfgemeinschaftshaus über den Wolf. Hintergrund der Einladung: Die allgemeine Diskussion um den Vierbeiner, die bei Eltern für Unruhe gesorgt hatte. So hat der reguläre Gristeder Kindergarten seinen wöchentlichen Tag im Wald aufgrund der Diskussion um die Wölfe bereits seit längerem abgesagt.

73 Rudel in Deutschland

Der ehrenamtliche Berater stellte den mehr als 40 Anwesenden zunächst den Wolf vor, der vor 150 Jahren in Deutschland ausgerottet worden war und seit 15 bis 20 Jahren wieder heimisch in Deutschland wird. 106 Territorien sind amtlich festgestellt – mit 73 Rudeln sowie 33 Wolfspaaren und Einzeltieren. Da ein Rudel ein Territorium von im Schnitt 250 Quadratkilometern besetzt, könnte das Ammerland rein rechnerisch drei Rudel ernähren: Es hat eine Fläche von 730 Quadratkilometern. Bislang jedoch gibt es keinen Hinweis auf Territorien. Klar ist: 2017 wurden zwei Wölfe im Ammerland eindeutig identifiziert – einer in Barghorn aufgrund eines Fotobeweises eines Landwirts, der andere war erschossen in Vreschen-Bokel gefunden worden, berichtete Lohse.

Die Wolfsberater

Ehrenamtlich sind drei Wolfsberater im Ammerland tätig.

Ralf Lohse, Telefon   04 41/6 96 52, mobil 01 51/70 84 48 33, E-Mail wolf-ammerland@ewe.net; Anika Börries, mobil: 01 76/40 37 87 07, E-Mail anika@boerri.es Dr. Uwe Bruns, mobil: 01 60/96 21 34 89, E-Mail uwe1009@yahoo.de

Bei der Einschätzung der Wolfspopulation sei man auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, hob Beraterin Anika Börries die Bedeutung des privaten Monitorings bei der Erfassung hervor. Und die sollten möglichst beweiskräftig und präzise sein, denn Wölfe könnten leicht mit Hunden verwechselt werden. Das gelte auch für die Fährten. Wölfe jedoch würden über mehr als 100 Meter schnurgerade Fährten hinterlassen, Hunde nicht, zeigte sie einen Unterschied auf.

Der Kot des Wolfs sei voller Knochen und Haare. Und bei Tierrissen setzte der Wolf sehr präzise Bisse an, der Pansen würde vom Wolf nicht verzehrt. Die Beute des Wolfes – das zeigten Untersuchungen – bestehe in erster Linie aus Rehwild, Rothirschen und Schwarzwild. Auch der Nabu argumentiert mit solchen Zahlen: Nutztiere wie Schafe machen danach lediglich weniger als ein Prozent der Wolfs-Nahrung aus.

Alle Hinweise könnten an die ehrenamtlichen Wolfsberater im Landkreis Ammerland weitergegeben werden (siehe Infokasten). Anika Börries betonte: „Nur mit fundierten Daten sei eine sachliche Diskussion über den Wolf möglich.

Mensch keine Beute

Ein Wolfsrudel sei immer ein Familienverband – mit extrem hoher Sozialstruktur: Eltern, Jährlinge und Welpen. Im Schnitt bestehe ein Rudel aus acht Tieren, fremde Wölfe würden nicht im Rudel toleriert. „Und der Mensch gehört nicht zum Beuteschema“, machten die Berater deutlich. Bislang habe es nicht einen einzigen Übergriff auf Menschen von freilebenden Wölfen in Deutschland gegeben.

Die meisten Wölfe seien bislang auf der Straße umgekommen, sagte Lohse – mehr als 300 in Deutschland, in Niedersachsen 52 (seit 2003). Wölfe würden nur sehr selten wirklich gesehen, sagte Lohse – und gab Tipps für den Fall einer Begegnung; nicht wegrennen, selbstbewusst auftreten, sich groß machen, laut sein. Da helfe auch eine Trillerpfeife. Ist ein Hund dabei: unbedingt kurz anleinen, denn der Hund könnte vom Wolf als Revierkonkurrent gesehen werden.

Sachlicher Umgang

Das Umweltbildungszentrum Ammerland ist in Sachen Natur in Schulen und Kindergärten in Zusammenarbeit mit der Ammerländer Jägerschaft unterwegs und informiert dabei längst auch über den „Neuen“ im Revier – den Wolf. Das Grundprinzip sei dabei ein sachlicher und wertneutraler Umgang mit der Thematik, erklärte Ute Aderholz. Und: Letztlich hätten die Eltern die abschließende Verantwortung für ihr Kind.

Sabine Jungmann vom Team der Gristeder Wald–Kindertagespflege „Waldwichtel“, machte deutlich, dass die „Wichtel“ weiterhin im Wald bleiben werden.

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