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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Wenn der Wolf in Gristede heult

03.04.2019

Gristede „Ooooouuuuuuuuuu“ – laut heult der Wolf an diesem Dienstagmorgen in den Gristeder Büschen. Die kleinen „Waldwichtel“ sitzen dick vermummt auf dem Waldboden und lauschen gespannt. Wolf – das sagt den Kleinen noch nicht viel. Der „Neue“ im deutschen Wald soll den Kleinen deshalb an diesem Morgen vorgestellt werden – wie andere Wildtiere des Waldes auch: Das Umweltbildungszentrum Ammerland ist zu Besuch. Und das Wolfsgeheul kommt vom Band.

Leiterin Ute Aderholz hat Susanne Bürig mitgebracht. Die Lehrerin an der KGS Rastede ist einmal die Woche dienstags abgeordnet ans Umweltbildungszentrum und bringt in der Regel stets ab September bis ins Frühjahr Schülern im Ammerland den Wolf näher – im Rahmen des Bildungsprojektes „Wölfen auf der Spur“. Es wird im Ammerland koordiniert und durchgeführt vom Umweltbildungszentrum in Zusammenarbeit mit der Ammerländer Jägerschaft, den Wolfsberatern und der Unteren Naturschutzbehörde. „An Waldtagen und in Waldwochen der Kindergärten sind wir dann auf Einladung ebenfalls zu Besuch und bringen den Kindern die Tiere und richtige Verhaltensweisen im Umgang mit der Natur näher“, sagt Ute Aderholz.

Die „Waldwichtel“ gehen trotz der Diskussion um den Wolf weiterhin fünfmal die Woche in den Wald, wo sie auch einen eigenen Unterstand haben. „Wir sehen die Diskussion entspannt“, sagt dazu Tagesmutter Sabine Jungmann, die die „Waldwichtel“ gemeinsam mit Irina Porada betreut.

„Könnt Ihr denn auch heulen wie ein Wolf?“, fragt Susanne Bürig – und schiebt gleich nochmals per Knopfdruck ein echtes Wolfsgeheul nach. Und klar, die Kinder können – und heulen wie ein Vierbeiner, den sie noch nie im Wald gesehen haben. „Es sind hier bislang weder ein Rudel noch ein residentes Einzeltier gesichtet worden“, weiß Ute Aderholz. Aber ausschließen lässt sich eine Sichtung natürlich nicht. Wichtig sei, den Kindern das richtige Verhalten im Umgang mit allen im Wald lebenden Tieren zu vermitteln – auch mit einem Wolf: nicht streicheln, nicht anfassen, kein Essen im Wald verstreuen, bei großen Tieren nicht weglaufen, auch nicht auf sie zulaufen. Die „Waldwichtel“ haben schon seit längerem auch Trillerpfeifen dabei – nicht zuletzt für den Fall, dass sie sich mal verlaufen. „Damit können sie auch auf sich aufmerksam machen, wenn sie mal größeren Tieren begegnen sollten“, sagt Sabine Jungmann.

Anhand von Fotos zeigt Susanne Bürig, wie etwa ein Schäferhund, ein Husky oder ein Wolf aussieht. Zuvor hat Ute Aderholz auch Präparate eines Eichhörnchens und eines Rehkitzes aufgestellt und Bilder vom Wildschwein und vom Reh mitgebracht. Und da die Tiere ja nicht gestreichelt werden sollen, bieten zumindest kleine Fellproben diese Möglichkeit. Dann durften die Kinder Haselnüsse für die Eichhörnchen in ihrem Wald vergraben. „Und das Rehkitz darf nicht angefasst werden, damit das Junge nicht den Geruch des Menschen annimmt und seine Mutter es dann im Stich lässt“, haben die Kinder gelernt. Einem richtigen Wolf sind die Kinder an diesem Tag natürlich nicht begegnet. Aber sie bekommen Wolfsmasken geschenkt, die sich sich auch gleich aufsetzen.

Das Umweltbildungszentrum ist nicht das erste Mal zu Gast. Und so sehen die Kinder auch Tierpräparate nicht zum ersten Mal. Das Eichhörnchen war schon mal da – und auch ein Specht wurde schon auf einen Baum gesetzt. Ein Wolf jedoch wäre für den mitgebrachten Bollerwagen viel zu groß, da muss wohl auch bei künftigen Besuchen ein Foto herhalten. Damit sich die wirklich noch kleinen „Waldwichtel“ dann erinnern können an den bislang unsichtbaren „Neuen“ im Wald.

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