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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Hierarchie kommt vor dem Geschlecht

11.06.2016

Wiefelstede Im Berufsleben: Wer öffnet wem die Tür? Eine der Fragen, die für die Schülerinnen und Schüler der 9c der Oberschule Wiefelstede auf einem Fragebogen stehen. Thema: Umgang mit der Etikette im Beruf. Martina Bernasko von der AOK ist an diesem Freitag zu Gast, will über Benimmregeln informieren – bevor die Schülerinnen und Schüler ihre Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz starten und später ins Berufsleben gehen.

Drei Antworten können die jungen Zuhörer ankreuzen. Und wären die Schüler noch von der „alten Schule“, könnten sie mit der Antwort Probleme bekommen. Denn in der Berufswelt, sagt Martina Bernasko, da steht die Hierarchie vor dem Geschlecht. Gut also, wenn der Chef eine Frau ist, das erleichtert offenbar Vieles. Denn richtig ist: Im Berufsleben werden im Zweifelsfall dem Ranghöheren die Türen aufgehalten, nicht zwingend einer anwesenden Frau, sagt die AOK-Frau.

Auf der Treppe: Wer folgt wem die Treppe hinauf und wieder hinunter? Der Chef dem Angestellten? Oder umgekehrt? „Der Chef geht zuerst hinauf“, sagt Martina Bernasko – und hinter dem „Rangniederen“ hinunter. „Damit, falls der Chef mal strauchelt, der Angestellte ihn halten kann.“ Mit den Frauen ist es in diesem Fall mal dasselbe: Sie geht zuerst hinauf und zuletzt hinunter. Schließlich ist in der Regel der Mann das körperlich starke Geschlecht und kann sie fangen. Sollte einmal die Frau körperlich eindrucksvoller sein, wird’s allerdings im Extremfall schwierig mit dieser Regel.

Schulleiterin Jutta Klages hat die Referentin geholt. „Auch in Sachen Benimmregeln müssen die Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt und aufs Leben vorbereitet werden“, ist sie fest überzeugt.

Und so klärt Martina Bernasko auf, welche Themen sich beim Smalltalk auf keinen Fall eignen: Religion, Politik und fachliche Themen. Und macht die Schülerinnen und Schüler mit Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (1752 - 1796) vertraut, dessen Werk „Über den Umgang mit Menschen“ noch heute als Grundstein für Benimmregeln gilt. Die Deutsche Knigge-Gesellschaft mit Sitz in Paderborn überarbeite diese Regeln jedes Jahr neu, machte die Referentin deutlich, dass sich diese auch geändert haben.

Vieles, was sie an diesem Tag an Benimmregeln ausgibt, steht und fällt jedoch mit der Frage, ob der Chef noch von der „alten Schule“ ist. Dann nämlich könnte er Wert darauf legen, dass ungeachtet seiner Stellung im Unternehmen bei vielen Gelegenheiten den Frauen eine besondere Aufmerksamkeit zukommen sollte. Ganz eindeutig lassen sich Benimmregeln also nicht immer festlegen.

Zuvor bot Martina Bernasko einen Praxistest in Sachen Gruppenverhalten und Teamarbeit an. Die Schüler sollten sich in zwei Reihen eng gegenüberstellen und gemeinsam mit ausgestreckten Fingern einen Zollstock halten und gemeinsam auf den Boden legen. Das war schwieriger als gedacht. „Wenn einer der Gruppe klar das Kommando übernimmt und die anderen mitspielen, dann geht’s“, weiß die Referentin. Schulleiterin Jutta Klages, die selbst Schulleiterinnen ausbildet, hat das mit ihren Kollegen ebenfalls mal gemacht. „Das hat auch nicht geklappt, weil jeder kommandieren wollte“, lacht sie.

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