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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Waldbiotop soll neu entstehen

03.02.2018

Jeddeloh I Sie sprudeln vor Ideen – die Mitglieder des Vereins Jeddeloher Busch in Jeddeloh, wenn sie über ihren „neuen“ Waldbiotop sprechen. Das war im Spätherbst noch ganz anders, als vor allem Sturm „Xavier“ dem Jeddeloher Umweltprojekt stark zusetzte. Viele uralte Bäume entwurzelten, mächtige Eichen stürzten in den Naturteich, so dass fast der ganze Fischbestand starb, Hütten für Kinder und das Wikinger-Erlebnisgelände wurden zerstört, Wege unpassierbar.

kommentar

Gemeinschaft

macht stark

Seit über 25 Jahren steht sein Engagement für vielfältige, ehrenamtliche Jugendarbeit: Der kleine Verein Jeddeloher Busch leistet Großes, wenn es um Umweltbildung (nicht nur) in der Gemeinde Edewecht geht.

Dass viele dieses Engagement schätzen, wird nun deutlich, wo das ganze Umweltprojekt nach immensen Sturmschäden auf der Kippe stand. Viele boten und bieten Hilfe an. Das ist auch notwendig, denn nur gemeinsam kann man dieses Vorzeigeprojekt retten.

Projekt fortsetzen

„Wir haben in der Familie kontrovers und sehr hitzig diskutiert, ob wir unsere jahrzehntelange ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit in unserem Privatwald, der so stark zerstört war, wirklich fortsetzen oder ob wir unser Umweltprojekt aufgrund der großen Schäden beenden wollen“, sagt Enno Jeddeloh. Zusammen mit seiner Frau Marianne und seinen erwachsenen Kindern sorgte er in der Vergangenheit federführend dafür, dass Kinder und Jugendliche den Wald als schützenswerten Lern- und Erlebnisort entdecken konnten.

Viele Kindergartengruppen und Schulklassen haben hier im grünen Jeddeloher Waldzimmer Biologie zum Anfassen kennengelernt. Denn die Vereinsmitglieder, die 2016 mit einem Ehrenpreis vom niedersächsischen Umweltministerium ausgezeichnet worden sind, hatten eine vielfältige Waldfauna und -flora geschaffen: Sie brachten eine Vielzahl von Nistkästen an, bauten eine Trockenmauer. schufen eine Flachwasserzone für Kleintiere, Lurche und Libellen, einen Wildbienenwand und vieles mehr. Bei Ferienpassaktionen fanden hier Hobbit- oder Ninjaspiele, mittelalterliches Schmuckbasteln und Umweltrallyes statt. 1000 Kinder haben den Jeddeloher Wald jährlich zu den unterschiedlichsten Anlässen besucht. Und nicht nur das: Das Gelände in dem vier Hektar großen Privatwald mit seiner hölzernen Burg war zudem Kulisse für Theateraufführungen.

Projekt stand vor dem Aus

Und das alles stand auf dem Prüfstand? Enno Jeddeloh und sein Sohn Gunnar nicken. „Wenn wir nicht so vielfältige Unterstützung und so viel Zuspruch bekommen hätten, wäre das Projekt beendet gewesen. Allein hätten wir Vereinsmitglieder es nicht geschafft und schaffen es auch nicht.“

Zunächst einmal heißt es aufräumen. „Einiges haben wir schon erledigt, aber wir sind bei weitem noch nicht fertig“, sagt Enno Jeddeloh. Bis ins späte Frühjahr hinein würden sich die umfangreichen Aufräumarbeiten noch hinziehen.

Viel Unterstützung

Stark geholfen hätten an einem Wochenende im Dezember das Technische Hilfswerk aus Westerstede und die Freiwillige Feuerwehr Edewecht, die nicht nur mit Manpower, sondern auch mit technischem Gerät anrückten. „Die mächtigen Eichen, die in den Teich gefallen sind, hätten wir Vereinsmitglieder dort nie herausbekommen“, berichtet Gunnar Jeddeloh. Da habe ein THW-Fahrzeug mit Seilwinde gute Dienste geleistet. „Zeitgleich hörte man an diesem Samstag im Wald zehn Motorsägen gleichzeitig“, ergänzt sein Vater.

Aufräumen ist das eine, der Wiederaufbau das andere. Enno und Marianne Jeddelohs Söhne Gunnar, Thorben und Björn arbeiten derzeit an einem Zukunftskonzept. Dazu gehört nicht nur die Reparatur von Hütten, Bänken, Unterständen und Zäunen, sondern auch das Umgestalten des Geländes, damit es sturmsicherer wird (z.B. Aufpflanzungen). Außerdem sollen viele Wege mit naturnahen Materialien behindertengerecht gestaltet werden.

Wie steht es ums Geld?

Und wie wird das Ganze finanziert? „Wir sind mit vielen im Gespräch, haben Termine bei Stiftungen und anderen Organisationen, um Gelder zu erhalten. Ohne finanzielle Unterstützung könnten wir den Wiederaufbau nicht stemmen“, sagt Enno Jeddeloh. Viele Arbeiten könne man auch erst dann erledigen, wenn der Verein das zugesagte Geld erhalten habe, vorstrecken könne er es nicht. Doch nicht nur in Sachen Gelder sind die Jeddelohs in ihrer Freizeit unterwegs, wenn man nicht gerade beim Aufräumen im Wald ist. Sie sind im Gespräch mit Behörden wegen der Auflagen und in Kitas, um für den Besuch im neuen Biotop zu werben.

Anerkannter Lernort

„Das Ganze wird noch schöner als vorher“, lächelt Enno Jeddeloh und verrät, dass man im Mai oder Juni schon die ersten Gruppen im Wald wieder begrüßen möchte. Bis dahin müssten Bänke stehen, Wege passierbar sein und Hängematten zwischen Bäumen angebracht sein. Denn der Jeddeloher Busch sei künftig nicht nur ein Wald mit vielen Gästen, sondern ein anerkannter außerschulischer Lernort des Umweltbildungszentrums Ammerland.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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