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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Erziehung In Bad Zwischenahn: Hier geht in den Ferien die Post ab

18.07.2019

Kayhausen Jetzt muss alles ganz schnell gehen, denn die Zeit läuft. Jeweils vier Kinder stehen sich gegenüber. Eines von ihnen zieht sich die weiten Klamotten über: Jacke, Rock, die Pumps, Schal und Sombrero. Dann flitzt es zu den vier Kindern auf der anderen Seite, schält sich flink aus den Sachen. Währenddessen legt bereits das nächste Kind die ausgezogenen Kleidungsstücke an. Lieske Hollmann steht zwischen den Gruppen und hält ihr Smartphone in die Höhe, sie misst die Zeit, die die Gruppe für einen Durchgang braucht.

Die Hort-Betreuung

Die Betreuung im Hort läuft in den ersten drei Wochen der Sommerferien – also noch bis zum Ende der nächsten Woche.

Noch gibt es frei Plätze für die nächste Woche. Anfragen beantwortet das Familien-Servicebüro der Gemeinde Bad Zwischenahn unter Telefon  0 44 03/60 44 05.

Die Kosten belaufen sich auf 50 Euro pro Kind und Woche. Alleinerziehende zahlen 30 Euro pro Kind und Woche. Jedes weitere Geschwisterkind kostet 30 Euro.

Gebucht werden können nur ganze Wochen.

Der Klamotten-Wettlauf ist eine der Disziplinen, die die gut 30 Kinder der Hortbetreuung der Gemeinde Bad Zwischenahn bei dieser Hort-Olympiade absolvieren. Weil ihre Eltern keine Zeit haben, sich die ganzen Ferien um ihren Nachwuchs zu kümmern, übernimmt ein Team vom Jugendzentrum Stellwerk die Betreuung am Vormittag. Lieske Hollmann gehört dazu.

„Ich bin als Kind schon mit sechs Jahren in die Betreuung gegangen“, berichtet die heute 19-Jährige. Bereits damals habe ihr das Programm gefallen, so dass sie in jedem Jahr wiedergekommen ist. Auch nachdem sie eigentlich schon zu alt dafür war, denn das Angebot richtet sich in erster Linie an Grundschüler.

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Mitglied des Teams

„Ich bin dann einfach zu Besuch gekommen und habe mitgeholfen, wenn es was zu tun gab“, erinnert sich die frisch gebackene Abiturientin. „Mit 15 Jahren habe ich dann eine Ausbildung zur Jugendgruppenleiterin gemacht und bin Mitglied des Teams geworden – und das mache ich bis heute“, sagt Hollmann.

Die Arbeit mit Kindern mache ihr besonderen Spaß, da störe es sie auch nicht, dass sie schon um 6.45 Uhr aufstehen muss, denn um 7.30 Uhr kommen die ersten Kinder in das Dorfgemeinschaftshaus nach Kayhausen, in dem der Hort untergebracht ist. „Ich male gerne mit den Kindern, auch wenn ich das selber nicht so gut kann. Ganz toll ist auch unser Postkasten-System, über das sich die Kinder Briefe schreiben können, per Hand, genau so wie früher.“ Am liebsten spiele sie aber Fußball mit den jungen Teilnehmern des Betreuungsprogramms.

Und die sind froh über die Abwechslung. „Dass die Kinder Spaß haben, sieht man vor allem daran, dass sie alle begeistert mitmachen“, erklärt Sozialpädagogin Ayten Aslan vom Jugendzentrum, die das Programm organisiert. Die Zeit gehe an jedem Tag sehr schnell rum, egal, ob wie an diesem Tag eine Hort-Olympiade läuft, eine Talentshow geplant ist oder ein Ausflug unternommen werde.

„Um 13 Uhr werden die Kinder abgeholt. Dann sind wir aber mit unserer Arbeit noch nicht fertig“, sagt Aslan. Denn dann stünden Teambesprechungen und die Planung für den nächsten Tag an.

Insgesamt drei Wochen bieten die drei hauptamtlichen Pädagogen, die in ihrer Arbeit von zwei Hilfskräften, eine davon ist Lieske Hollmann, unterstützt werden. „Das ist ganz schön viel Gewusel in dieser Zeit, aber es macht Spaß und ich stecke das gut weg“, sagt Aslan, die sich freut, die Eltern der Gemeinde durch das Angebot unterstützen zu können.

15 Jahre Hort-Betreuung

Denn der ursprüngliche Wunsch nach einer solchen Ferienbetreuung sei vor gut 15 Jahren aus Elternkreisen an die Gemeinde herangetragen worden, wie sich Claus Meyer, ebenfalls Sozialpädagoge im Jugendzentrum Stellwerk, erinnert. Der 61-Jährige hat die Hort-Betreuung von Beginn an mitgestaltet.

„Am Anfang haben wir nur ein zweiwöchiges Programm angeboten. Da mussten wir mit der Zeit nachlegen, weil die Nachfrage gestiegen ist.“ Und auch die Anmeldezahlen hätten zugenommen. Während damals etwa 20 Kinder gekommen seien, seien es heute schon mehr als 30.

„Die Eltern sind glücklich, dass es unser Angebot gibt, denn der Beruf nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Wenn es keine Großeltern gibt, kann es schwierig werden, wenn man in den Ferien keinen Urlaub bekommt“, erklärt Meyer die Nachfrage.

Mittlerweile hätten sich die Anfragen auf einem stabilen Niveau eingependelt. „Eine vierte Woche müssen wir nicht anbieten. Das haben wir schon mal gemacht, da war die Nachfrage aber zu gering“, berichtet der Sozialpädagoge weiter. Auch wenn er mittlerweile 61 Jahre alt ist, lässt Meyer sich immer noch von den Kindern anstecken und geht voll in seiner Arbeit auf. Genau so wie Lieske Hollmann, die sich gut vorstellen kann, in ihrem späteren Berufsleben mit Kindern zu arbeiten. „Vielleicht studiere ich soziale Arbeit oder etwas Ähnliches“, sagt sie.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg
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