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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Mit Herzblut schulische Aufgaben gelöst

24.01.2015

Friedrichsfehn Zum letzten Mal hat er für Friedrichsfehner Grund- und Oberschüler die Zeugnisse unterschrieben, zum letzten Mal hat er in den vergangenen Wochen vieles erledigt, was viele Jahre seinen Alltag prägte: Bald ist für Hartwig Fortkamp die Schulzeit vorbei, für den Grund- und Oberschulrektor beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Zum Ende des Schulhalbjahrs 2014/2015 wird der 66-Jährige „Tschüss“ sagen. Einen „großen Bahnhof“ zum Abschied möchte Hartwig Fortkamp nicht: „Ich möchte so gehen, wie ich gekommen bin – ohne Brimborium. Ich habe mich schon von einigen verabschiedet und von anderen werde ich es noch tun, aber das war es dann.“

Über 20 Jahre Schulleiter

Über 20 Jahre war der gebürtige Westfale, der aus Billerbeck bei Münster stammt, Schulleiter in Friedrichsfehn und hat mit viel Herzblut für „seine Grund- und Oberschule“ in Friedrichsfehn gearbeitet. Lehrer werden – das wollte Fortkamp in jungen Jahren (zunächst) nicht. Der Billerbecker studierte Diplom-Biologie. Doch da es zu Beginn der 1970er Jahre nur wenige Stellen für Biologen gab, entschied sich Fortkamp, noch ein Lehramtsstudium zu absolvieren. Zu Biologie kamen Mathematik und Deutsch als Fächer dazu. Im August 1975 begann seine Lehrtätigkeit – an der Orientierungsstufe (OS) in Bruchhausen-Vilsen (Landkreis Diepholz).

„Ich wurde als Junglehrer in der Ausbildung sofort Klassenlehrer einer 6. Klasse“, sagt Fortkamp, der noch ein Lehramtsstudium ohne anschließendes Referendariat absolvierte. Sein beruflicher Einstieg sei auch deshalb ein so spannender gewesen, weil zu dem Zeitpunkt in Bruchhausen-Vilsen wie vielerorts im Land gerade die OS aufgebaut wurde. Neues mitzugestalten, habe ihn stets gereizt, verrät er. Bis 1984 arbeitete Fortkamp in Bruchhausen-Vilsen, wechselte dann für zwei Jahre zum Schulzentrum Stuhr-Moordeich, um wiederum zwei Jahre später – 1986 – eine Stelle an der Grund- und Hauptschule Bad Zwischenahn anzutreten. Diese Einrichtung befand sich damals noch an der Schulstraße, damaliger Schulleiter war der spätere Regierungsschuldirektor Manfred Janßen.

1989 ging Hartwig Fortkamp nach Friedrichsfehn und wurde zunächst stellvertretender Schulleiter der Grundschule und 1992 kommissarischer Schulleiter, weil die damalige Schulleiterin erkrankt war. Zwei Jahre später erfolgte die Ernennung zum Schulleiter.

An verantwortlicher Stelle stehen, das Schulleben mit dem Kollegium gestalten und dieses für eine vielfältige Schularbeit begeistern – das war Fortkamp bei aller Verwaltungsarbeit, Erlassen und Vorschriften neben der pädagogischen Arbeit stets besonders wichtig. Vielfältige Projekte wie Aktionen am „Tag gegen Lärm“, Wasser- und Umweltprojekte, die Anlegung eines Moorlehrpfades bei der Schule und vieles mehr zeugen davon. Als besonders spannende Aufgabe hat der 66-Jährige die Weiterentwicklung der Grundschule Friedrichsfehn zur Grund- und Oberschule (GOBS) erlebt und lobt im gleichen Atemzug die enge, vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger, der Gemeinde Edewecht.

„Reizvolles Schulmodell“

„Die kombinierte Grund- und Oberschule ist ein sehr reizvolles Schulmodell, das Schülerinnen und Schülern gute Grundlagen sowohl für eine spätere berufliche Ausbildung als auch für den Besuch weiterführender Schulen bietet“, ist er überzeugt. Als sehr sinnvoll bewertet der 66-Jährige auch das Ganztagsschulangebot mit Hausaufgabenbetreuung. „Mich hat es früher schon gestört, dass Kinder zuhause ihre kompletten Schularbeiten erledigen sollten. Natürlich muss man ’mal etwas üben, aber grundsätzlich sollten Schularbeiten in der Schule erledigt werden“, sagt Fortkamp und betont, dass es ihm auch stets wichtig gewesen sei, dass Kinder aus allen Schichten gute Schulbedingungen hätten und gefördert würden.

Und was macht der Ruheständler Fortkamp? Seinen Lebensmittelpunkt wird der 66-Jährige künftig im Potsdam haben, wo er zusammen mit seiner Frau, einer Professorin an der Technischen Uni Berlin, lebt. Ebenfalls in Potsdam wohnt mit Familie einer von Fortkamps Söhnen, der andere ist im Münsterland heimisch. Beide hätten als Kinder die Grundschule Friedrichsfehn besucht, sagt Fortkamp und fügt augenzwinkernd hinzu: „Und aus beiden ist etwas geworden.“