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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Mutter kämpft für Förderschulen

28.06.2014

Rastede /Hannover Den Erhalt der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen fordert Kirsten Radtke aus Wiefelstede. Ihre Tochter Laura besucht die Schule am Voßbarg in Rastede, an der schon jetzt keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden. Per Online-Petition sammelte die Mutter im Internet 10 611 Unterstützerunterschriften, die sie am Donnerstag in Hannover an den Präsidenten des Niedersächsischen Landtags, Bernd Busemann, überreichte.

„Ich möchte die Politik mit dieser Petition wach rütteln“, sagt Kirsten Radtke, die mit ihrer Tochter, deren Mitschülerin Lena Marie und deren Mutter Tanja Holthusen nach Hannover gefahren war. Sie sei stolz darauf, wie viele Unterschriften letztlich zusammengekommen sind. Der Petitionsausschuss werde die Unterschriften jetzt prüfen und an die zuständigen Gremien weiterreichen, berichtet die Wiefelstederin.

Ihr Wunsch ist, dass Eltern wenigstens ab Klasse 5 wählen können, welche Schule die geeignete für ihr Kind ist. Die Förderschulen sollen jedoch abgeschafft werden. Im Zuge der Inklusion sollen Kinder mit und Kinder ohne Behinderung künftig gemeinsam unterrichtet werden.

Damit hat Kirsten Radtke aber schlechte Erfahrungen gemacht. Ihre Tochter hatte zunächst die offene Eingangsstufe an der Grundschule Hahn-Lehmden besucht. „Doch da ging es nicht vorwärts“, schildert die Mutter.

Sie ließ ihre Tochter untersuchen. Als herauskam, dass ihr Kind eine Förderschule besuchen müsse, sei das im ersten Moment ein „Schock“ gewesen. „Im Nachhinein betrachtet, war es die beste Entscheidung, die wir treffen konnten“, sagt Kirsten Radtke. Laura sei in der Schule am Voßbarg aufgeblüht und habe wieder Spaß am Unterricht gehabt.

Laura wird die Einführung der Inklusion nicht mehr betreffen, sagt die Mutter. Ihre Tochter wird vorher ihren Abschluss machen. „Aber was machen andere Kinder, die wie Laura sind?“

Für den Förderschwerpunkt Lernen gebe es künftig allerdings nicht genügend zusätzliche Stunden, sagt die Wiefelstederin. Lediglich zwei Stunden pro Woche werde ein Förderschullehrer in der Klasse sein. „Das ist keine Verbesserung“, findet Kirsten Radtke.

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, habe der Mutter seine Unterstützung zugesagt. In einer Pressemitteilung heißt es: „Wer will, dass die Inklusion gelingt, braucht die Wahlfreiheit zwischen den inklusiven Schulen und den Förderschulen.“

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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