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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Kolumbianerin liebt Plattdeutsch

24.07.2019

Ocholt „Wenn du sagst, ich kann das, dann mache ich das auch“: Andrea Pérez Latorre strahlt über das Vertrauen, das ihr Späälbaas Giesela Öltjen entgegenbringt. Sie habe schon vorher die Idee im Kopf gehabt, gerne bei dieser „tollen Truppe“ – der Späälkoppel des Heimatvereins Ocholt-Howiek – mitzuspielen. Als sie gefragt worden sei, habe sie geantwortet: „Das kann ich nicht.“ Giesela Öltjen und die übrigen Ocholter Laienschauspieler hätten ihr gut zugesprochen.

Die 23-Jährige ist erst vor sieben Jahren mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester aus Kolumbien nach Osterscheps gekommen. „Ich konnte damals kein Wort Deutsch“, erzählt die junge Frau, die in der Westersteder Ammerland-Klinik arbeitet. Die deutsche Sprache habe sie als Gastschülerin am Gymnasium Bad Zwischenahn gelernt – und später habe sie einmal wöchentlich an der Oldenburger Volkshochschule nachmittags einen Deutschkurs besucht.

Längst spricht Andrea Pérez Latorre, die nach der Schule den Beruf der Ergotherapeutin gelernt hat, nicht nur fließend Deutsch, sie fühlt sich sehr wohl in Ocholt: „Ich lebe gerne hier und fühle mich inzwischen mehr als Deutsche.“ Das habe auch der letzte Besuch in ihrer kolumbianischen Heimatstadt Santa Marta bekräftigt. „Ich habe meinen Schulabschluss und meine Ausbildung hier gemacht und meinen Freundeskreis aufgebaut“, so die Ocholterin.

Zufall führt nach Ocholt

Im Herbst 2016 besuchte Andrea Pérez Latorre den Oldenburger Kramermarkt mit einer Freundin. Zu später Stunde seien die beiden Frauen freundlich von einem jungen Mann gefragt worden, ob sie ihn nach Hause fahren könnten – er dürfe nicht mehr fahren. Sie kamen ins Gespräch und Andrea hatte zugesagt, ihn zu fahren – er wollte nach Ocholt. Zur Stärkung und als Dank wollte er ihr in Ocholt Nudeln kochen. Da es nicht so ganz klappte, hatte Andrea die Zubereitung selbst übernommen.

Dieser erste, wenn auch außergewöhnliche Eindruck, hatte bei den beiden Gefühle entfacht. Die Handy-Nummern hatten sie ausgetauscht. Rund zwei Wochen später fasste sich dieser junge Mann, Niklas Krieger, ein Herz und schrieb ihr. Der Bann war gebrochen, das erste Date führte die jungen Leute zum Freimarkt nach Bremen: „Seitdem sind wir zusammen“, sagt Niklas Krieger. Seit zwei Jahren wohnt das Paar gemeinsam in Ocholt.

Erfahrene Theaterleute

Klar, dass die Partnerschaft mit Niklas die junge Frau wenige Wochen nach dem Freimarkt auch zum Ocholter Theater führte: „Es macht viel Spaß mit der Gruppe“, erzählt Andrea mit einem Strahlen in den Augen. In der Regel gehört Meike Krieger fest zum Ensemble, auch die beiden Söhne Niklas und Theis sind seit ihrer Jugend dabei.

Manchmal spielt auch Ehemann und Vater Detlef Krieger mit – wie die Rollenverteilung es erfordert und die Zeit der Akteure es zulässt. Andrea hat im aktuellen Stück als Einstieg eine kleinere Rolle in Hochdeutsch. „Ich habe ihr geraten, gerne authentisch, mit einem spanischen Akzent, und ruhig auch mal etwas heftiger zu sprechen“, so Giesela Öltjen.

Stück liegt vor

Die Ocholter Akteure haben das Stück „So löppt dat in d‘ WG“ von Autor Helmut Schmidt ausgewählt. „Seit Anfang Juli treffen wir uns ein- bis zweimal pro Woche zum Lesen“, erzählt Sandra Kayser. Leona Köver, die derzeit im Harz im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum absolviert, nimmt über Skype an den Lesungen teil. „Das klappt wunderbar“, so Späälbaas Giesela Öltjen. Wenn die Proben starten, wird Leona wieder in Bremen sein und mit dem Zug nach Ocholt pendeln.

Kurz nach den Sommerferien sollen die Proben auf die Bühne im Schuljugendheim verlegt werden. Dann proben die Schauspieler dreimal in der Woche. Bis die Premiere Mitte November die zehn Vorstellungen einläutet, stehen rund 50 Übungsabende an.

Noch wird nichts vom Inhalt des Dreiakters verraten. Nur so viel: Niklas hat eine andere Freundin und Andrea ist Single – aber zum Glück ist das nur auf der Bühne so.

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