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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Diktatur für viele Schüler ein fremder Begriff

09.05.2018

Rastede „Vorsicht Diktatur!?“ Mit diesem Thema und der Fragestellung „Wie können wir die Demokratie vor der Diktatur retten?“ haben sich in den vergangenen Wochen Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule Rastede beschäftigt. Für den schulinternen Bar­tholomäus-Schink-Preis erstellten sie unter anderem Filme, Collagen und Präsentationen.

Mit dem ersten Preis, dotiert mit 150 Euro, wurden am Dienstag in der Neuen Aula zum einen der Siebtklässler Fynn Dänekas und zum anderen der Wahlpflichtkurs Gesellschaftswissenschaften des neunten Jahrgangs mit den Schülern Paul Breuer, Eileen Samuelsen, David Petznik, Maja Bruns, Veronika Dinter, Fenja Meyer, Elias Oba, Marea Brandt und Josephine Daries ausgezeichnet.

Fynn Dänekas hatte ein Interview mit Albrecht Weinberg geführt, der jüdischen Glaubens ist. Der 93-Jährige lebt heute in einem Pflegeheim in Ostfriesland, Fynn Dänekas kennt ihn durch seine Großmutter. „Er hatte eine normale Kindheit, bis Hitler an die Macht kam. Dann hat sich vieles für ihn verändert“, erzählt der 13-Jährige aus Loy.

In dem Film des Wahlpflichtkurses Gesellschaftswissenschaften ging es unterdessen um den Vergleich verschiedener Schulformen. Dargestellt wurde eine Schule, an der die Schüler dieselben Rechte wie die Lehrer haben und am Ende des Schuljahres wählen dürfen, ob die Lehrer weiter unterrichten dürfen. Verglichen wurde dies mit dem Unterricht vor einigen Jahrzehnten, als Lehrer noch den Rohrstock einsetzten, und einer „normalen“ Schule wie der KGS. Die Schüler äußerten im Ergebnis den Wunsch nach einem besseren Gemeinschaftsgefühl an der KGS und einer besseren Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern.

Torsten Meyer, Fachbereichsleiter Sozialwissenschaften, bedauerte, dass sich in diesem Jahr nur wenige Schüler an dem Preis beteiligt hatten. „Wir haben es offenbar etwas schwer gemacht, denn viele haben uns gefragt: ,Was ist denn Diktatur überhaupt?‘“, sagte Meyer. Einerseits sei es schön, dass man sich in Deutschland eine Diktatur mittlerweile nicht mehr vorstellen könne, andererseits habe es die Lehrer nachdenklich gestimmt. „Sind wir wirklich so weit weg davon, dass bei uns jemand kommen könnte und die demokratischen Strukturen in Frage stellt?“

Benannt ist der Preis im Übrigen nach dem Widerstandskämpfer Bartholomäus Schink, der im 2. Weltkrieg Mitglied der Kölner Edelweißpiraten war. Die Person ist umstritten, in der Literatur herrschen unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Edelweißpiraten dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten zuzuordnen sind oder ob sie Verbrecher waren. Nach der heutigen Geschichtsauffassung scheinen sie aber zu den Widerstandsgruppen zu gehören.

Die Teilnehmer am Wettbewerb erhielten Buch- oder Geldpreise, die von Wilhelm Janßen (SPD), Sabine Eyting (Grüne), Bernd Wüstenbecker und Petra Kickler (Förderverein) übergeben werden. Auch Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen gratulierte.

Frank Jacob
Rastede/Wiefelstede
Redaktion Rastede
Tel:
04402 9988 2620

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