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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Kaffee und Gespräche zwischen Bauklötzen

06.09.2018

Rostrup Ricarda hat den anderen Kindern am Mittwochmorgen im Gemeindehaus an der Katharina-Kirche in Rostrup etwas voraus: Mit ungefähr einem Jahr kann sie neuerdings laufen. Und das macht sie auch und läuft gleich strahlend auf den Reporter zu, der sonst nicht zu den Besuchern im „Café Kinderwa(a)gen“ gehört. Die anderen Kinder sind nicht nur weniger mobil, sondern erstmal auch deutlich zurückhaltender angesichts des fremden Gesichts.

Mit ihrem einen Jahr ist Ricarda schon langsam an der Altersgrenze für den Besuch im Café. Mütter (und Väter) mit ihren Kindern von der sechsten Lebenswoche bis zu etwa einem Jahr treffen sich hier einmal in der Woche. Immer mit dabei: Hebamme Claudia Müller und Marie Lübs von der Sozialpädagogischen Familienhilfe des Deutschen Kinderschutzbundes im Ammerland.

„Angefangen hat das vor zehn Jahren als „Babytreff“, erinnert sich Claudia Müller. Eine Spende des Clubs Inner Wheel aus Oldenburg ermöglichte das Pilotprojekt, dass Mütter zusammen bringen und ihnen bei vielen alltäglichen Baby-Problemen helfen sollte.

„Nach einem halben Jahr Anlaufzeit waren wir voll belegt“, so Müller. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Gaby Kortlang-Engel betreute sie die Treffen über die ersten Jahre. „Nach fünf Jahren kamen Stück für Stück die anderen Ammerland-Gemeinden dazu. Erst Apen, dann Edewecht, Westerstede, Wiefelstede und ganz zum Schluss Rastede im Jahr 2016“, sagt Marie Lübs. Inzwischen sind es fünf Pädagoginnen und drei Hebammen, die die Treffen begleiten. „Die Themen haben sich in den zehn Jahren kaum verändert. Die Mütter reden über alles was sie mit ihren Kindern beschäftigt. „Schlafprobleme sind zum Beispiel immer wieder ein Thema“, sagt Lübs. Wichtig für die Mütter sei vor allem die Erfahrung: Andere Mütter haben die gleichen Probleme und Sorgen mit ihren Kindern, sie stehen damit nicht alleine.

Sechsmal Café Kinderwagen im Ammerland

Apen: Jeden Dienstag von 10 bis 11.30 Uhr, Beratungsstelle der Diakonie, Hauptstraße 185

Westerstede: Jeden Freitag von 10 bis 11.30 Uhr, Kinderschutzbund, Poststraße 18

Edewecht: Jeden Dienstag von 10 bis 11.30 Uhr, Hebammenpraxis Edewecht, Hauptstraße 41

Rastede: Jeden Montag von 10 bis 11.30 Uhr, Gemeindehaus der St. Marienkirche, Eichendorffstraße 6

Wiefelstede: Jeden Montag von 10 bis 11.30 Uhr, Rudolf-Bultmann-Haus, Kirchstraße 8

Rostrup: Jeden Mittwoch, 10 bis 11.30 Uhr, Gemeindehaus Katharina-Kirche, Zeppelinstraße 2

Das Jubiläum wird am 15. September, ab 15 Uhr mit Spiel, Spaß, guter Laune, Kaffee und Kuchen in der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes in Westerstede, Poststraße 18, gefeiert. Alle ehemaligen Besucher der Cafés sind willkommen. Wer teilnehmen möchte, sollte sich bis Samstag, 8. September unter Telefon   0176/ 61 76 47 16 anmelden.

Die Treffen laufen immer und in allen Cafés nach dem gleichen Muster ab: Es gibt Kaffee und Tee, die Kinder können spielen, die Mütter reden und es wird gesungen. „Der erste Kaffee wird immer von uns eingeschenkt“ sagt Lübs. Dieses Ritual solle den Eltern deutlich machen: „Einmal in der Woche seid ihr es, die umsorgt werden.“ Väter sind zwar in der Minderheit im Café Kinderwa(a)gen, ihre Zahl steigt aber,

Fragen, die sich nicht im Gespräch untereinander klären, beantworten die Sozialpädagoginnen und Hebammen gerne. Dazu kommen von Zeit zu Zeit externe Fachleute. Auch ein Kurs für Erste Hilfe am Baby wird regelmäßig angeboten.

In Zeiten, in denen es schwieriger wird, eine Hebamme für die Betreuung nach der Geburt zu finden, ist der Rat von Claudia Müller und ihren Kolleginnen besonders wichtig. Die sagt aber: „Ich bin zwar Hebamme, ich kann und will hier aber keine professionelle Betreuung ersetzen.“ Dringende Fragen beantwortet sie aber natürlich gerne und auch eine Waage hat sie, ganz entsprechend dem Namen des Cafés in der Regel parat.

Brauchen Eltern Hilfe, die im Café nicht geleistet werden kann, vermitteln die Sozialpädagoginen weiter an die richtigen Einrichtungen. „Für uns ist besonders wichtig, das Mütter und Väter zu uns kommen können, die Babys haben, die etwas anders und vielleicht nicht ganz gesund sind. Bei uns wird deshalb niemand schief angesehen“, sagt Marie Lübs.

Immer gilt: Alle Treffen sind komplett offen. Niemand muss jede Woche kommen, niemand muss von Anfang bis Ende bleiben und: Das Angebot ist für die Eltern komplett kostenlos. Finanziert wird es über Spenden an den Kinderschutzbund, vom Land Niedersachsen und den Ammerland-Gemeinden und der Stadt Westerstede.

Angenommen werde es von Müttern und Vätern aus allen Gesellschaftsschichten, sagt Marie Lübs. „Das funktioniert und es entstehen tolle Freundschaften“, hat sie beobachtet.

Das führt dazu, das viele Mütter gerne auch noch ab und zu auf einen Café vorbei schauen, wenn ihre Kinder zu alt für das Café Kinderwagen sind. Und sie kommen beim zweiten Kind gerne wieder. „Wir haben eine Mutter, die schon vor zehn Jahren mit ihrem ersten Kind hier in Rostrup war und jetzt mit ihrem dritten Kind regelmäßig in Westerstede im Café Kinderwagen ist“, sagt Claudia Müller. Eine Gelegenheit zum Wiedersehen für viele Ehemalige gibt es am Samstag, 15. September. Dann feiert das Café Kinderwagen im Ammerland seinen 10. Geburtstag in der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes Ammerland in Westerstede.

Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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