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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

„Snacken un verstahn“ im Altenheim

15.02.2014

Augustfehn „Wi veteelt us moie wat up Platt, wat jede een jüüs so infalln deit”, erzählt Karin Oltmanns, Plattdeutsch-Lehrerin der Kreisvolkshochschule Ammerland. Fünf Frauen vom Pflege- und Betreuungspersonal des Azurit Pflegezentrums Augustfehn lernten in zehn Doppelstunden Plattdeutsch verstehen und sprechen. Über anfängliches Vokabeln lernen sei man zum „Snacken un Verstahn“ gekommen.

Die Seniorenwohn-Einrichtung am Kanal hatte bei der Volkshochschule Interesse an einem Plattdeutsch-Kurs gezeigt. „Dorup hin bün ick hier herkommen“, sagt Karin Oltmanns. „Plattdüütsch is för den Umgang mit use Bewohner, besünners ock mit Demenz-Kranke, ne ganz wichtige Spraak“, weiß Aletta Siemers, die ab 1. März die Hausleitung im Azurit übernimmt. Als gebürtige Leeranerin kommt ihr das Plattdeutsche perfekt über die Lippen. Für Eva Ruß, gebürtig aus Brandenburg, Manuela Reinthaler aus Bayern und Christine Katerbau aus Sachsen-Anhalt war der Unterricht schon eine Herausforderung. „Aber wir haben schon gute Kenntnisse. Unsere Hemmschwelle werden wir überwinden und den Bewohnern zeigen, dass wir Plattdeutsch gelernt haben“, freut sich Christine Katerbau.

In einem Punkt sind sich alle einig: Menschen, die in der plattdeutschen Sprache zu Hause sind, fühlen sich sehr viel wohler in ihrer Haut und öffnen sich viel mehr, wenn man mit ihnen Plattdeutsch spricht: „Up Plattdüütsch kann man veel beter snacken, sick beter utdrücken und is veel dichter an den Minsch dran, dat is all persönlicher“, macht Karin Oltmanns deutlich und Aletta Siemers fügt hinzu: „De Bewohner föhlt sick at tohuus“.

Die Kurs-Teilnehmer, die teilweise in ihrer Freizeit am Unterricht teilgenommen haben, sind zwar noch nicht vollkommen fit im Plattdeutschen, wollen sich aber zukünftig mit den Bewohnern in deren Heimatsprache unterhalten. „Dat is een hohen Insatz von de Mitarbeiterinnen“, freut sich Aletta Siemers. Möglicherweise finden weitere Treffen zur Festigung der plattdeutschen Sprache statt. Karin Oltmanns würde sich freuen, wenn auch andere Seniorenwohnheime die Idee zum Plattdeutschunterricht aufgreifen würden. Der Bedarf sei sicherlich da.

Im Azurit Seniorenwohnheim bewege sich der Anteil an Bewohnern, die im Plattdeutschen zu Hause sind, um etwa 75 Prozent, schätzt Christine Katerbau von der Pflegedienstleitung.

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