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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Waldkindergarten steht vor dem Aus

08.06.2015

Westerstede Mitten im Wald hinter dem Jaspers-Hof am Seggeriedenweg steht ein Bauwagen. Kinder haben sich gleich nebenan aus Zweigen eine kleine Hütte gebaut. Es ist der Ort, an dem sich die Jungen und Mädchen vom Westersteder Waldkindergarten regelmäßig treffen. Das wird ab August nicht mehr so sein, das Angebot soll eingestellt werden.

„Das ist richtig schade“, ärgert sich Nicole Holbein. Deren Tochter Emily gehört der Waldgruppe an, so wie auch schon ihre ältere Tochter Alyna. Auch für ihr Nesthäkchen hätte sie sich eine Betreuung im Wald gewünscht. „Die Kinder entwickeln ein enges Verhältnis zur Natur. Außerdem haben sie eine blühende Fantasie und können sich mit sich selbst beschäftigen.“ Dem stimmt Tanja Baumgart zu. „Die Kinder sind sehr robust, aber auch sehr sozial und achten aufeinander“, sagt die Mutter von Sveja und Mats.

Aktuell gehören der Gruppe ein Dutzend Kinder an. Viele von ihnen besuchen den Wald auch am Wochenende mit ihren Familien.

Veränderte Bedürfnisse

„Wir können das Angebot nicht aufrechterhalten. Das Interesse daran ist nicht mehr groß genug. Wir hatten zuletzt vier Anmeldungen“, erläutert Karen Pottek von der Stadtverwaltung Westerstede auf Nachfrage der NWZ . „Die Bedürfnisse der Eltern haben sich verändert, wir registrieren eine starke Nachfrage nach Krippenplätzen und müssen darauf reagieren“, sagt Pottek. Im Waldkindergarten seien zwei Erzieherinnen für bis zu 15 Kinder zuständig, in regulären Kindergartengruppen seien es zwei für 25. „Deshalb sind die Gebühren 8,5 Prozent höher. Aber das hat meines Wissens kein Elterteil bislang davon abgehalten, sein Kind für die Waldgruppe anzumelden.“ Das Erlebnis Wald solle trotzdem nicht wegfallen, versichert sie: „Viele Kindergärten bieten bereits Waldtage an, das begrüßen die Eltern.“

Bedauern beim Träger

Mit dem Aus für den Waldkindergarten, der zum Kindergarten „Gänseblümchen“ Westerloy gehört, kann sich der Vorsitzende des Trägervereins, Uwe Graalfs, auch nur schwer anfreunden. „Es ist sehr bedauerlich, dass dieses Angebot bald nicht mehr besteht. Die Kinder sind entspannter, weil sie sich in der Natur austoben können, ihre motorischen Fähigkeiten werden gefördert“, zählt er die Vorteile auf. Doch die höheren Gebühren und der Ausschluss von Kindern aus anderen Gemeinden, trotz freier Plätze, seien wohl mit Schuld am „Aussterben“ der Gruppe. „Andererseits weiß ich, dass die Zahl der jüngeren Kinder, die betreut werden, wächst. Im Wald geht das nicht.“

Die Waldgruppe war 2001 ins Leben gerufen worden. „Aus Platzmangel“, wie Kindergartenleiterin Insa Weyrauch-Heyen erzählt. „Damals ist diese Idee entstanden, weil es viel zu viele Anmeldungen gab. Erst trafen sich die Kinder im Wittenheimer Forst, später zogen sie an den jetzigen Treffpunkt um. Den Bauwagen haben Eltern in Eigeninitiative ausgebaut“, berichtet sie. „Es ist schade, dass das Angebot wegfällt, aber die Nachfrage geht zurück. Wir werden aber in jedem Fall auch mit den Kindern der anderen Gruppen viel in den Wald gehen.“

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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