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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Wenn der fette Pfannkuchen rollt

03.07.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T11:27:52Z 280 158

Plattdeutsch:
Wenn der fette Pfannkuchen rollt

Westerstede Kantapper kantapper – schnell rollt der dicke fette Pfannkuchen weiter, denn neben der Kuh will jetzt auch der Wolf in ihn hineinbeißen. Der Pfannkuchen ist in diesem Fall die neunjährige Alina von der Grund- und Oberschule Friedrichsfehn (GOBS).

Zusammen mit ihren Klassenkameraden führte sie das plattdeutsche Stück „De dicke fette Pannekoken“ beim Schooltheaterdag auf, der am Mittwoch im Dannemann-Forum in Westerstede stattfand.

Acht Schulen aus dem Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Wesermarsch sowie Stadt und Landkreis Oldenburg nahmen mit rund 80 Kindern von der 1. bis zur 6. Klasse teil, um ihr schauspielerisches Können und ihre plattdeutschen Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen. So war unter anderem auch das Saterfriesische mit der Grundschule Litje Skoule Skäddel und das Laurentius-Siemer-Gymnasium Ramsloh vertreten.

Die Grundschüler aus Friedrichsfehn studierten ihr Stück eineinhalb Monate ein. „Wir haben den Text auswenig gelernt. Jeder hatte am Anfang noch verschiedene Rollen“, erklärt Alina. Plattdeutsch zu sprechen habe der Schülerin bei den Proben keine großen Probleme bereitet, da sie bereits in der entsprechenden Schul–AG ist.

Am besten gefällt den Schülern der Schluss des Stückes, an dem die Kinder den Pfannkuchen vernaschen – aber erst, nachdem sie höflich darum gebeten haben.

Unterstützt und beraten wurden die Schüler von Maike Sönksen, die neben drei weiteren Fachberatern für Niederdeutsch und Saterfriesisch an den Schulen (Andrea Cordes, Ingeborg Remmer und Cay Meyer) begleitend tätig ist.

Zum ersten Mal findet der Schooltheaterdag in der Region statt, berichtet Fachberater und Organisator Cay Meyer. Die Aktion wird dabei von der Initiative „Platt ist cool“ und der Landesschulbehörde unterstützt.

„Ziel ist es, die Lehrkräfte und die Theateraufführungen der Schüler zu würdigen. Die Schüler können ihre Stücke auf Niederdeutsch im größeren Rahmen anderen Schulen zeigen“, sagt Cay Meyer. Der Schooltheaterdag stelle auch eine zusätzliche Auszeichnung für die teilnehmenden Schulen dar.

Zudem gehe es nicht darum, wer das beste Stück zeigt. „Es ist kein Theaterwettbewerb, sondern ein Theatertreffen“, sagt Cay Meyer.

Auch die Kindertheater „Ulli-Pulli“ der Grundschulen Apen und Nordloh beteiligten sich mit Auftritten. Während die Nordloher Plattdeutsch-AG den Rap „Kann, mutt, lööpt“ von der Bremer Band De fofftig Penns in einer Tanzchoreographie zeigten, brachten die Viertklässler aus Apen ein Theaterstück zum Thema Ernährung und die erste große Liebe auf die Bühne.

„Mir ist wichtig, dass ich etwas Modernes in die Stücke mit hineinbringe“, sagt Ulrike de Vries, Leiterin des Kindertheaters Ulli-Pulli. Denn das Theaterstück stammt aus ihrer eigenen Feder. „Wichtig ist auch, dass die Kinder selber mitmachen. Dann macht es auch gleich mehr Spaß“, so Ulrike de Vries. Durch aktuelle Themen ließen sich so die Schüler für das Plattdeutsche leichter erreichen und begeistern.

Das Zusammentreffen der Schulen diene als Motivation für die Schüler, weiter Theater zu spielen, sagt Meyer. Zudem können sich die Kinder austauschen und sehen, wie weit sich die anderen Schulen im Plattdeutschen entwickelt haben. „Es ist aber auch ein Netzwerktreffen für Lehrkräfte“, so der Organisator.

Auch künftig sei nun geplant, alle zwei Jahre, jeweils im Wechsel mit dem plattdeutschen Lesewettbewerb, den Schultheatertag anzubieten, um die plattdeutsche Sprache wieder an die Schulen zu bringen.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/ammerland