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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Gebärdensprache In Westerstede: Komm her und zeig mir, was du sagst

28.11.2017

Westerstede Was tun, wenn mein Gegenüber mich einfach nicht versteht? Die meisten reden dann mit Händen und Füßen – und so ähnlich machen es auch die Schüler der GPS (Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit) Dorfschule Mansie in Westerstede. Weil hier nicht jeder der 96 Schüler gut sprechen kann, bedienen sich die Kinder und Pädagogen einer vereinfachten Art der Gebärdensprache, um durch den Alltag zu kommen.

Ganz wichtig: Hier wird nicht nur gestikuliert, sondern auch immer gesprochen. „Wir machen hier ,Lautsprachunterstützendes Gebärden’ mit dem Wortschatz der deutschen Gebärdensprache“, sagt Stephan Gallo, der in der Schule unter anderem für den Bereich „Unterstützte Kommunikation“ (UK) zuständig ist. Denn viele der Schüler hätten zwar eine Kommunikationsbeinträchtigung, erklärt er, hören könnten sie aber alle. „Die Gebärde löst nicht die Sprache ab, sondern fördert den Spracherwerb“, erklärt Gallo. Beim „Lautsprachunterstützenden Gebärden“ werden nur die bedeutsamen Worte mit den Händen ausgedrückt und gleichzeitig dazu gesprochen. Es wird also nicht jedes einzelne Wort gebärdet, sondern nur Schlüsselbegriffe.

Außerdem gibt es keine eigene Grammatik, so wie es bei der deutschen Gebärdensprache (DGS) der Fall ist. Der Satzbau entspricht dem der gesprochenen Sprache. Das bedeutet: kurze, prägnante Sätze, eindeutiges Vokabular und wenig „Worthülsen“, die in der Umgangssprache einen sehr hohen Anteil haben. „Außerdem wird das Sprachtempo verlangsamt“, sagt Gallo.

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So benutzen die Kinder neben der Gebärdensprache auch elektronische Kommunikationshilfen, wie den sogenannten „Talker“ oder auch Bildertafeln mit Symbolen. Denn: Nicht für jeden ist die Gebärdensprache in der Dorfschule machbar. Neben Kindern mit geistiger, gibt es auch Schüler mit körperlichen Beeinträchtigungen. Aber auch Schüler mit körperlichen Defiziten versuchen, die Gebärdensprache so gut wie möglich umzusetzen. Daher kann es auch mal vorkommen, dass die Gebärden in leicht abgewandelter Form benutzt werden. Somit kann man von einer Art Dialekt sprechen. „Gebärdensprache ist facettenreich und ausdrucksstark“, sagt Gallo.

Damit auch jeder der Pädagogen die Schüler in der Schule verstehen kann, ist ein Aufbaukurs für Gebärdensprache Pflicht. Für die Eltern der Kinder ist das Angebot freiwillig, sagt Schulleiter Friedrich Fittje. Im Schulalltag werden nicht alle Gebärden der DGS benötigt. Zum Kernvokabular gehören hier beispielsweise „spielen“, „fertig“, „noch mal“ und „Danke“.

Das Ziel von Gallo und seinen Kollegen ist es, die größtmögliche Eigenständigkeit in der Kommunikation und im Leben zu ermöglichen. Denn jeder hat das Recht, ein gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein. Und dass es funktioniert, zeigt beispielsweise der 17-jährige Salim. Der Iraker besucht die Schule seit sieben Jahren und hat eine motorische und sprachliche Beeinträchtigung.

Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, vor kurzem ein Praktikum bei der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu absolvieren. „Das war ganz toll. Er kam da gut an“, freut sich auch der Schulleiter für den sympathischen 17-Jährigen. Salim hatte zusammen mit Gallo auch schon ein Fußballbuch in Gebärdensprache gestaltet und vorgestellt.

So einfach kann’s sein: Stephan Gallo macht ein paar Gebärden vor, die in der Schule häufig benutzt werden. Die Bedeutung haben wir darunter geschrieben: Pfeile zeigen die Bewegung an. Im Ausland werden aber zum Teil andere Gebärden „gesprochen“. Wie man „Fröhliche Weihnachten“ wünscht, sehen Sie links.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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