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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Alternative zur Konfirmation?

26.04.2019

Westerstede Die Evangelen feiern im Jugendalter die Konfirmation, Katholiken haben die Firmung. Auch im Judentum wird für Jungen und Mädchen im Alter von 13 bzw. 12 Jahren die Bar Mitzwa gefeiert. Allen Feierlichkeiten ist gemein, dass sie die Übergangszeit zwischen Kindheit und Erwachsensein markieren. In Westerstede haben sich einige Eltern formiert und möchten die sogenannte Jugendfeier ins Leben rufen. Sie sagen: „Einige Kinder können an keiner kirchlichen Veranstaltung teilnehmen, weil sie schlicht kein Mitglied sind. Für sie wollen wir eine Alternative schaffen.“

Die NWZ hat mit Enrico Ruß gesprochen. Gemeinsam mit anderen Eltern des Organisationsteams will er noch in diesem Jahr eine solche Jugendfeier auf die Beine stellen. „Letztlich geht es uns darum – wie bei einer Konfirmation beispielsweise auch – den Heranwachsenden den Schritt ins Erwachsenenleben bewusst zu machen und das bisherige Leben zu reflektieren“, sagt er. Allein in der Klasse seines Kindes seien es insgesamt fünf mögliche Teilnehmer an einer solchen Feier. „Wir vermuten, dass es jährlich um die 40 wären“, so Ruß.

Bereits etablierte Idee

Eine ganz neue Idee ist eine Jugendfeier nicht. In Hannover und auch in Oldenburg wird seit vielen Jahren diese Option geboten. Auf der Internetseite des Humanistischen Verbandes Niedersachsen (HVD) findet sich diese Beschreibung: Es gehe dabei um „die Würdigung der eigenen Persönlichkeit, die Bestätigung, von der Gesellschaft gebraucht zu werden sowie Hoffnungs- und Verantwortungsträger für eine lebenswerte Zukunft zu sein. Außerdem vermittelt die Feier jungen Menschen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.“

Ebenso wie bei den kirchlichen Pendants bereiten sich die Jugendlichen einige Wochen zuvor auf den Höhepunkt vor. Die Eltern des Organisationsteams haben sich schon ein Vorlaufprogramm überlegt, „damit es nicht nur um die Feierstunde geht“, wie Ruß erklärt.

Enthalten sein soll ein Besuch im Rathaus und beim Bürgermeister, damit die Jugendlichen einen Einblick in die örtliche politische Struktur erlangen und erste Infos erhalten über Rechte und Pflichten von Erwachsenen. „Außerdem möchten wir einen Besuch bei der Gedenkstätte ,Alte Pathologie’ in Wehnen einbauen“, zählt Ruß weiter auf. Dabei gehe es den Organisatoren darum, sich mit dem Nationalsozialismus und dem Euthanasie-Programm zu befassen. „Außerdem möchten wir, dass die Kinder den Opfern gedenken“, führt Ruß aus. So solle gewährleistet werden, dass den Kindern bewusst werde, wie wichtig es sei, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und sich ins öffentliche Leben einzubringen.

Verschiedene Projekte

Auch ein Floßbauprojekt können sich die Organisatoren vorstellen. „Da geht es einfach darum, das Wir-Gefühl zu stärken“, begründet Ruß. Die Feierstunde selbst soll durch musikalische Untermalung, eine Rede des Bürgermeisters und professionelle Fotos abgerundet werden.

„Wir gehen davon aus, dass das Verantwortungsgefühl für das eigene Handeln und persönliches Engagement dort entsteht, wo wichtige Werte wie Solidarität, Menschenwürde, Achtung und Toleranz erfahren werden“, heißt es weiter auf der Webseite des HVD. Unser Anliegen ist es, jungen Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen, ihnen Lust und Mut zu machen, engagiert das eigene Leben in die Hand zu nehmen.

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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