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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Sie singt gegen das Vergessen

02.10.2018

Westerstede Einst musizierte sie um ihr Leben. Esther Bejarano – damals noch Loewy – spielte Akkordeon im Frauenorchester des Konzentrationslagers Auschwitz. Deportation, Gefangenschaft, Hunger, Krankheit, Todesmarsch, Flucht: Die inzwischen 94-Jährige hat Unfassbares er- und überlebt. Davon zu berichten, ist ihr noch immer ein Anliegen. Esther Bejarano erhebt ihre Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Konzertlesung

von Esther Bejarano und „Microphone Mafia“ findet am 23. Oktober in der Aula des Gymnasiums Westerstede, Gartenstraße, statt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wegen des begrenzten Platzangebotes gibt es aber Einlasskarten. Diese können bei der Touristik Westerstede im Rathaus abgeholt werden.

Sie tut das auf der Bühne – bei Konzertlesungen. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Sohn Joram und vom Rapper Kutlu Yurtseven, Mitglied bei „Microphone Mafia“. Am Dienstag, 23. Oktober, treten Esther Bejarano und ihre Begleiter auf Einladung des Gymnasiums in Westerstede auf. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula.

„Es gibt ja nicht mehr so viele Zeitzeugen“, sagt Brigitte Kraus, Musiklehrerin und Obfrau für kulturelle Bildung am Gymnasium. Dabei sei es für die Schülerinnen und Schüler so wichtig, aus erster Hand zu erfahren, was unter der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland an Gräueltaten geschahen. „Dass Esther Bejarano ihre Lieder modern interpretiert, macht den Zugang für junge Leute sicherlich einfacher“, ergänzt Kraus.

Ihr Kollege Michael Timpe, der an der Schule unter anderem das Fach Werte und Normen unterrichtet, kennt die Künstlerin persönlich. „Ich habe sie bei mehreren Veranstaltungen erlebt und irgendwann angesprochen“, erzählt er. So wurde die Idee eines Auftritts in Westerstede geboren und kurz vor den Sommerferien der Oktober-Termin vereinbart. Finanziert wird das laut Timpe etwa 3200 Euro kostende Vorhaben hauptsächlich durch Gelder aus dem Fonds „Demokratie und Toleranz“ des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Der Förderkreis des Gymnasiums steuert ebenfalls Mittel bei.

Esther Bejarano kommt nicht allein für die Konzertlesung am 23. Oktober ins Ammerland. Am nächsten Tag nimmt sie in der fünften und sechsten Stunde an einer schulinternen Diskussionsveranstaltung mit Zehnt- und Elftklässlern teil. Sie spricht über ihre Erfahrungen und beantwortet Schülerfragen.

Michael Timpe ist Europaschul-Koordinator und in dieser Funktion für den Austausch mit polnischen Schulen zuständig. „Schon mehrfach habe ich die Gedenkstätte in Auschwitz besucht. Dass uns jetzt jemand davon berichtet, wie es dort wirklich war, ist schon etwas ganz Besonderes. Ich bin sicher, dass die Schüler großes Interesse daran haben.“

Die Jugendlichen gehen gut vorbereitet in das Konzert und die Gesprächsrunde. In den Fächern Musik, Deutsch, Geschichte, Politik, Religion sowie Werte und Normen wurde die Thematik bereits ausführlich behandelt. „Wir haben aus der Lehrerschaft ein Vorbereitungsteam gebildet“, berichtet Timpe. Neben ihm und Brigitte Kraus gehören Christina Michler, Christine Hackbarth, Thomas Hundhausen, Tobias Jander, Jan Kleen und Ines Rensinghoff dazu.

Auch Teile der Schülerschaft sind aktiv in die Vorbereitungen miteinbezogen worden. Einige von ihnen – die Elftklässler Vanda Martinic, Jule Möllmann, Paul Hansen, Nabil Moschref und Christian Pham sowie Serafina Tauscher aus dem zehnten Jahrgang – werden sogar als Moderatoren durch die Diskussionsveranstaltung am 24. Oktober führen.

Kerstin Buttkus Redakteurin / Redaktion Westerstede
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