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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Kitas sollen Deutsch beibringen

15.12.2018

Westerstede Für die heimischen Kindergärten gehört die Sprachförderung bereits seit Jahren zum Alltag. Jetzt ist sie auch gesetzlich geregelt und ab sofort Pflicht. Grund dafür ist das geänderte Kindertagesgesetz, das sicherstellen soll, dass Kinder, die eine Grundschule besuchen, die deutsche Sprache beherrschen. Um Kinder, bei denen der Bedarf besteht, entsprechend fördern zu können, hat das Land Niedersachsen dem Landkreis Ammerland exakt 384 519,72 Euro pro Kindergartenjahr zur Verfügung gestellt.

Landkreiskonzept

Bis zum Sommer noch fand die Sprachförderung in den Grundschulen statt. „Im Grunde ist das keine adäquate Änderung“, kritisiert Petra Knetemann, Jugendamtsleiterin des Landkreises Ammerland, die Höhe des Betrags. „Es ist zwar eine erquickliche Summe, aber die Gemeinden, die das Geld bekommen und an die Kindergärten verteilen, würden sagen, dass das ein Sparmodell ist.“

Das geänderte Gesetz sieht unter anderem vor, dass die Sprachkompetenz der Kinder festgestellt und gegebenenfalls ein Förderplan erstellt wird. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, können mit dem Geld vom Land zusätzliche Stunden finanziert werden, die zumeist von Mitarbeiterinnen der Kindergärten in Mehrarbeit abgeleistet werden. Doch die wollen zunächst qualifiziert werden.

Diese Aufgabe sowie den Aufbau eines übergeordneten organisatorischen Konstrukts übernimmt die Kreisvolksschule (KVHS). Sie koordiniert die Fortbildung der zukünftigen Sprachmittler, die von den Gemeinden entsandt werden. Katrin Eid, Expertin für Sprachbildung und -förderung im Elementarbereich bei der KVHS, ist mit der Konzeption der Umsetzung des geänderten Kindertagesgesetzes betraut. Am Ende soll ein Landkreiskonzept entstehen, das derzeit in der Beratung befindlich ist. Eine Steuerungsgruppe kümmert sich darum.

„Am wichtigsten dabei ist, dass die Sprachförderung in den Alltag integriert wird“, erklärt Eid, „denn das war in der Grundschule nicht so.“

Konkret geht es darum, den Kindern viele Sprachanreize zu bieten, mit Spielen, Lesegeschichten, Gesprächen oder Liedersingen. „Am wichtigsten aber ist sprechen, sprechen, sprechen“, meint eine, die es wissen muss: Sabine Schiller kümmert sich an der DRK-Kita Fröbelstraße in Westerstede um die Sprachkompetenz der Kinder.

Angst nicht berechtigt

Maike Reichel, Leiterin der Kindertagesstätte Linsweger Landmäuse, findet es wichtig, auch die Familien der Kinder mit ins Boot zu holen – ein Gesichtspunkt, den jetzt auch das geänderte Kindertagesgesetz verlangt. „Wir schauen uns immer genau an, was bei den Kindern zuhause so los ist“, beschreibt sie.

All diese Punkte muss Katrin Eid von der KVHS in ihrem Konzept berücksichtigen, genauso die Ausrichtung der jeweiligen Einrichtung. „Wir müssen uns die Frage stellen, welchen roten Faden wir haben, welche Themen und Schwerpunkte wir setzen wollen“, erklärt sie ihre Arbeit.“ Wie zum Beispiel kann man Bewegung oder Musik zum Sprachförderthema machen?“ Katrin Eid steht mit den Kindergärten in Kontakt und kennt auch deren Sorgen. „Sie fänden es vielfach besser, wenn das Geld nicht in zusätzliche Stunden, sondern in zusätzliche Kräfte investiert würde“, weiß sie. Denn nicht in allen Einrichtungen seien die Mitarbeiterinnen bereit aufzustocken. Dennoch macht Katrin Eid deutlich: „Die Angst, die in vielen Einrichtungen vorherrscht, ist nicht berechtigt. Die Denke, dass etwas zusätzlich gemacht werden muss, ist so nicht zutreffend.“

Wie die Sprachförderung nach bestimmten Richtlinien in den Kindergartenalltag integriert werden kann, lernt zunächst eine Fachkraft pro Kindergarten im Rahmen einer Langzeitfortbildung bei der KVHS. „Die Hälfte von ihnen haben wir schon abgedeckt“, sagt Eid, „und diese ausgebildeten Sprachexperten coachen dann wiederum ihr eigenes Team.“ Langfristig, so die Vision, soll dann jede Fachkraft eines Kindergartens auf diese Weise fortgebildet werden.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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