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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Lesen so natürlich wie Zähneputzen

14.11.2017

Wiefelstede 11 000 Medien finden sich zwischen den Bücherregalen, DVD-Ständern, Hörbüchern, CDs, gemütlichen Sitzecken und Tischen in der Gemeindebücherei in Wiefelstede. Dank der ruhigen Lese-Inseln und den vielen vollen Regalen mit bunten Buch-Covern strahlt der Ort an der Kirchstraße die Ruhe aus, die auch jeder großen Bibliothek zu eigen ist. „Wenn die Kinder hier wie selbstverständlich ein und aus gehen, sinkt die Hemmschwelle, auch zukünftig große Büchereien zu besuchen“, erläutert Bücherei-Leiterin Sabine Steinert-Block.

Dass die Kinder die Gemeindebücherei wie selbstverständlich nutzen, wird durch viele Besuche mit der Grundschule im Ort oder durch Veranstaltungen wie das Bilderbuch-Kino erreicht. Je nach Vereinbarungen besuchen die ersten und zweiten Klassen in unterschiedlichen Zeitabständen die Bücherei, leihen sich Bücher aus oder schmökern vor Ort im Guinness Buch der Rekorde oder in Lego-Büchern. „Wenn ein Fünftel der Schüler beim Lesen bleibt, bin ich glücklich“, sagt die 50-Jährige.

Denn obwohl die Anzahl der Medien und der Ausleihen in der Bücherei steigen, beobachtet die Bücherei-Leiterin, dass in vielen Haushalten Bücher nicht mehr so präsent sind. „Heutzutage schreit ein Kind zu Weihnachten auch nicht unbedingt nach einem Buch als Geschenk“, sagt Steinert-Block, es gebe aber auch einige Vielleser unter den Kindern.

Dabei ist Lesen nicht einfach nur ein Zeitvertreib, Lesekompetenz sei im Alltag wichtig. „Wenn Schüler das Lesen nicht gewohnt sind, verstehen sie auch die Textaufgaben in Mathe nicht. Lesen ist wichtig in allen Bereichen“, erläutert die Bücherei-Leiterin.

An Bücher gewöhnen

Je mehr ein Kind mit den Medium Buch aufwachse, umso natürlicher werde der Lesestoff für die Kinder. Bücher sollten laut der 50-Jährigen so selbstverständlich sein, wie das Zähneputzen. Und diese Natürlichkeit könnten Kinder schon dadurch erlangen, dass man ihnen vorlese. Das Vorlesen habe nicht nur den Nutzen, das Kind an Bücher zu gewöhnen. „Die Eltern verbringen Zeit mit ihrem Kind, sie können die körperliche Nähe und die Ruhe gemeinsam genießen“, sagt Steinert-Block. Auch sie habe als Kind vorgelesen bekommen und diese Zeit vor dem Schlafen als „anheimelnd“ in Erinnerung. Auch die Vorweihnachtszeit mit der frühen Dunkelheit könne bei Tee und Keksen für eine gemütliche Lese-Runde genutzt werden.

Aber nicht nur Eltern können ihren Knirpsen vorlesen, die Bücherei hat auch einige Vorlese-Projekte initiiert. So lesen beispielsweise Siebtklässler aus dem Deutschförderkursus Erstklässlern regelmäßig vor und auch beim Bilderbuchkino, das auch mal bei Besuchen von Kindergarten-Gruppen gestartet wird, bekommen die Kinder etwas vorgelesen, passende Bilder zum Lesestoff werden auf einer Leinwand gezeigt. „Die Zweijährigen sitzen still, die Vorschulkinder sind da häufig sehr kribbelig. Durch zu viel Computer und Fernsehen fehlt ihnen häufig die Ruhe zum Zuhören“, beobachtet die Wiefelsteder Bücherei-Leiterin. Diese Ruhe könne mit den Lesen wieder geübt werden.

Viele Bücher hätten zudem eine Botschaft, die Kindern mitgegeben werde. Wer ein passendes Buch für seinen Nachwuchs suche – ob zum Vorlesen oder Lesen – kann sich an die Bibliotheks-Mitarbeiter wenden.

Fachlichen Rat

„Wir helfen beim Suchen. Zuerst schauen wir, ob es ein Sachbuch oder ein Roman sein soll. Dann fragen wir, wie weit das Kind ist und was die Interessen sind. Hier gibt es von Rosa und Plüsch, Abenteuer oder Grusel für Jeden etwas Passendes“, so Steinert-Block.

Der Renner bei den Kindern seien nach wie vor die Geschichten aus der Lego-Ninjago-Reihe, bei Erwachsenen würden die Spiegel-Bestseller am häufigsten ausgeliehen. Buch-Wünsche nimmt Steinert-Block gerne entgegen.