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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

„Stolperstein“ erinnert an Opfer

21.10.2017

Wiefelstede An ein Opfer des Nationalsozialismus aus der Gemeinde Wiefelstede erinnern – das wollten Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkursus’ (WPK) „Religion“ an der Oberschule Wiefelstede im vergangenen Schuljahr. Seit dem Sommer sind sie der Oberschule nun entwachsen; am Montag, 23. Oktober, jedoch sind sie eingeladen, den Abschluss des Projektes mitzuerleben. Vor dem Rathaus in Wiefelstede soll zur Erinnerung an Carl Johann Heinen ein „Stolperstein“ durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt werden. Es wäre nach Angaben der Schule der erste „Stolperstein“ im Ammerland.

Die „Stolpersteine“ sind ein Projekt des Künstlers. Mit im Boden verlegten Messingtafeln soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden. Demnig stellt die Steine selbst her und verlegt sie stets selbst. Mehr als 60 000 solcher „Stolpersteine“ hat Demnig bereits verlegt – in mehr als 1000 Orten in Deutschland und weiteren 20 Ländern Europas.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 b, c und d hatten unter Leitung von WPK-Leiter Gunnar Stumm und begleitet von Pfarrer Tessen von Kameke von der oldenburgischen Kirche im Staatsarchiv geforscht und auch die Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen besucht. Dort – damals hieß die Klinik noch Heil- und Pflegeanstalt Wehnen – war Carl Johann Heinen im März 1945 eingewiesen worden. Er starb dort nur zwei Monate später, am 14. Mai 1945, also kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs: Man hatte ihm als Epileptiker die medizinische Hilfe und auch genügend Nahrung verweigert, weiß der Oldenburger Historiker Dr. Ingo Harms, der die Schüler in der Gedenkstätte „Alte Pathologie“ in Wehnen mit der Recherchearbeit vertraut machte. Auch diejenigen, die nach Kriegesende noch in Wehnen starben, sind heute als „Spät-Opfer“ von der Bundesentschädigungsstelle in Köln anerkannt, weiß Harms.

Carl Johann Heinen wurde am 20. März 1922 in Spohle geboren und lebte zuletzt in Wiefelstedermoor. Es gibt nach den Recherchen der Schüler keine Verwandten Heinens mehr. Der „Stolperstein“ wird am Montag ab 15 Uhr vor dem Rathaus in Wiefelstede verlegt – und Jutta Klages, Leiterin der Oberschule, hofft, dass künftig möglichst viele Menschen über diesen Stein „stolpern“, sprich: auf Carl Johann Heinen aufmerksam werden. Interessierte, die die Verlegung mitverfolgen möchten, sind herzlich willkommen.

In einer Feierstunde in der Mensa der Oberschule wird Schülerin Elisa Harig, die im WPK mitgearbeitet hatte, danach das Projekt und die Recherche zur Biografie Heinens vorstellen. Redner sind auch Bürgermeister Jörg Pieper, Pastor Dr. Tim Unger, Barbara Woltmann von der Oldenburgischen Landschaft, Regierungsschuldirektorin Martina Reichel-Hoffmann und Jens Nacke, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion. Und auch Dr. Ingo Harms wird an der Veranstaltung teilnehmen.

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