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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Wo Plattdütsch plitsch maakt

19.11.2016

Friedrichsfehn „Wie begrüßen wir uns auf Platt?“ Maike Sönksen schaut in die Runde. Von den Erstklässlern, die vor ihr sitzen, weiß es keiner so recht. „‚Moin, leeve Lü‘ heißt es.“ Dann wird gelesen: Schüler der Begabtenförderung „Plattdeutsch“ an der Grund-und Oberschule (GOBS) Friedrichsfehn tragen eine plattdeutsche Geschichte vor und beteiligen sich damit am 13. bundesweiten Vorlesetag, der am Freitag stattfand.

Die rund 20 Mädchen und Jungen der Begabtenförderung „Plattdeutsch“ waren gleich doppelt gefordert. Zuerst eröffneten sie mit einer plattdeutschen Geschichte, die anschließend auch den 1. Klassen vorgetragen wurde, die Lesestafette. Im Beisein von Edewechts Bürgermeisterin Petra Lausch trug jedes Kind der Lesegruppe einen kleinen Text vor. Pünktlich um 8.30 Uhr wurde die nächste Schule in Dörpen informiert, dass sie starten konnte. Um 13 Uhr – 18 Schulen in ganz Niedersachsen später – beendete die Robert-Dannemann-Schule in Westerstede die Lesestafette.

Für Thea war die Lesestafette und das Vorlesen vor den Erstklässlern nicht der erste öffentliche Auftritt. Seit 2015 gehört das Mädchen zur Begabtenförderung „Plattdeutsch“ an der GOBS. „Meine Schwester hat hier auch mitgemacht, und mein Opa spricht platt. Mit ihm kann ich mich jetzt auch auf Platt unterhalten.“

Bereits 2015 hatte sie sich am Vorlesewettbewerb an ihrer Schule beteiligt und es bis zum Kreisentscheid gebracht. „Die Sprache macht Spaß. Ich hoffe, dass ich noch länger hierbei bleiben darf“, hofft Thea. Den Friedrichsfehner Erstklässlern wurde nicht nur auf Plattdeutsch vorgelesen. Weil die Kinder die Geschichte vom Postboten, der einen Brief nicht zustellen konnte, der an ihn selbst gerichtet war, nicht alle verstanden, wurde das Stück auch auf Hochdeutsch übersetzt. Während Thea ihren Part auf Platt erzählte, las Frederik die hochdeutsche Übersetzung vor. Der 10-Jährige ist mit Beginn des neuen Schuljahres in die Begabtenförderung gekommen. „Mir macht es viel Spaß, zu lesen, auch auf Platt. Und mein Vater spricht auch etwas Plattdeutsch, so dass ich von ihm noch lernen kann.“ Wie die anderen jungen Vorleser trug er einen Button mit dem Schriftzug „Platt maakt plitsch!“ (Platt macht schlau).

Die GOBS beteiligte sich zum 3. Mal an der Lesestafette und am Vorlesetag. Dass dabei das Plattdeutsche im Mittelpunkt ist, ist Maike Sönksen zu verdanken. Sie ist Fachberaterin für „Die Region und ihre Sprachen im Unterricht“ an der Niedersächsischen Landesschulbehörde.