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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Rückblick: Zeichnung als Entschuldigung

12.03.2016

Augustfehn Damals wusste sie noch nicht, dass einer ihrer Mitschüler eines Tages berühmt werden sollte. Als Margarete Wempen vor fast 70 Jahren ihren neuen Mitschüler Horst Eckert kennen lernte, stand dieser noch vor seiner großen Karriere als Kinderbuchautor unter dem Namen Janosch.

1947 kam Horst Eckert aus dem oberschlesischen Hindenburg (heute Zabrze in Polen) an die Mittelschule nach Augustfehn. Ihren Mitschüler hat Margarete Wempen als zurückhaltenden Schüler in Erinnerung. „Als Horst zu uns kam, wurde er sehr herzlich in unsere Klassengemeinschaft aufgenommen. Dafür war er sehr dankbar,“ sagt die ehemalige Klassenkameradin. Das habe sicherlich auch etwas mit seiner harten Kindheit in einer Bergarbeitersiedlung zu tun. Auch wenn Horst Eckert nicht sonderlich auffällig gewesen sei, feierte und tanzte er gerne und sei insgesamt ein genau so fröhliches Kind gewesen wie alle anderen.

Seine Klassenkameraden seien gerne zu ihm nach Bad Zwischenahn gekommen. „Das lag auch daran, dass sein Vater am Zwischenahner Meer einen Kiosk führte. Das war in dieser Gegend damals etwas völlig Neues“, erzählt Margarete Wempen.

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Auch wenn Horst Eckert der große Durchbruch erst 1978 mit der Veröffentlichung des Buches „Oh wie schön ist Panama“ gelang, zeigte sich schon zu Kinderzeiten, dass der gebürtige Hindenburger eine Begabung für das Zeichnen hatte: „Ich weiß noch von einer Geschichtsstunde, in der Horst nicht aufgepasst hat. Herr Henning, der Lehrer, schimpfte mit ihm“, erinnert sich die 84-jährige Rentnerin. Am Ende der Stunde schenkte Eckert dem Lehrer eine Zeichnung der Augustfehner Mühle, die heute nicht mehr steht. Das Bild habe der Lehrer aufbewahrt und Jahre später zu einem Klassentreffen mitgebracht. Da war Horst Eckert schon als Janosch bekannt.

Auch auf einem Klassenausflug nach Wangerooge habe sich sein Talent offenbart. „Wir hatten die Aufgabe, während unserer Reise ein Tagebuch zu schreiben. Horst hat seine Texte mit Bildern illustriert, die wir alle sehr schön fanden. Seine Zeichnungen bestanden häufig aus vielen, schnell gezogenen Strichen“, sagt Margarete Wempen.

Einmal habe Janosch auch eine Tapete bemalt, auf der in kritzeliger Schrift der Name einer Mitschülerin auftauchte. Die Tapete habe diese ehemalige Mitschülerin erhalten. Sie ziert heute eine Wand im Kinderzimmer ihrer Enkel ???.

Nach dem Schulabschluss im Jahr 1949 hat Margarete Wempen lange nichts von ihrem Mitschüler Horst gehört. Wiedergesehen hat sie ihn aber mehrere Male. Zum Beispiel auf einer Preisverleihung. Janosch erhielt damals den „Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen“.

„Wir sind mit mehreren Schulfreunden zur Preisverleihung gefahren. Horst wusste nichts davon. Irgendwann erkannte er einen ehemaligen Mitschüler und dann auch uns. Horst hat sich riesig gefreut, es war ein sehr herzliches Treffen.“

Ein weiteres Wiedersehen ereignete sich 2008 in Augustfehn. Der Künstler besuchte anlässlich seines 80. Geburtstages die nach ihm benannte Grundschule – wieder dabei: seine Klassenkameraden.

Margarethe Wempen und Janosch erinnern sich gerne an ihre Schulzeit in Augustfehn. „Wir waren eine tolle Klassengemeinschaft“, sagt die 84-Jährige. „Es waren die schönsten Schuljahre meines Lebens“, berichtete der Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller 2008 beim Besuch der Grundschule, die seinen Namen trägt.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg
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