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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Ehrenamt: Zum Lesen gehen die Schüler auf den Flur

06.03.2014

Rastede Für fünf Minuten muss Sophia jetzt raus aus der Klasse. Nein, die Siebenjährige hat im Unterricht keinen Unsinn gemacht. Genauso wenig wie ihre Klassenkameraden an der Grundschule Feldbreite, die anschließend einer nach dem anderen auf den Flur müssen. Was im Klassenverband meist nicht möglich ist, geht vor der Tür ausgezeichnet: Ganz in Ruhe aus einem Buch vorlesen. Und weil das Vorlesen nur Spaß macht, wenn jemand zuhört, sitzen die Kinder nicht alleine auf dem Flur, sondern werden dort von ehrenamtlichen Lesepaten betreut.

„Ich lese gerne und leihe mir in der Bücherei immer etwas aus“, erzählt Sophia, die das Lesepaten-Angebot sehr schätzt. „In der Klasse kreischen die Jungs immer so laut und meinen, das ist ein Fußballstadion“, sagt die Siebenjährige.

Am Mittwoch sitzt sie mit Lesepate Peter Streit auf dem Flur und beugt sich über die neuste Ausgabe der Kinder-NWZ . Es mache ihr Spaß, in der Zeitung zu lesen, verrät Sophia. Und wenn sie einmal ein Wort nicht kennt, fragt sie bei Streit einfach nach. Der 60-Jährige aus Wahnbek kommt zweimal in der Woche für zwei Stunden in die Grundschule Feldbreite – in die ersten und zweiten Klassen.

Neben Streit engagieren sich Bodo Harms (80), Klaus Dierke (79) und Irma Freese als Lesepaten. Seit März 2010 gibt es das Angebot an der Grundschule Feldbreite, sagt Schulleiterin Anna Hobusch. Ziel sei es, insbesondere Kindern mit Leseproblemen eine Hilfestellung zu geben.

Doch auch jene Schüler, die bereits gut lesen können, profitieren von den Lesepaten. Bei diesen Schülern stünden dann das Textverständnis oder Rhetorisches im Vordergrund, sagt Anna Hobusch. Und auch für einen niedersachsenweiten Vergleichswettbewerb bringt das System mit den Lesepaten Vorteile. „Bei Vergleichsarbeiten in den dritten Klassen im Bereich Lesen liegen wir deutlich über dem Landesdurchschnitt“, freut sich die Schulleiterin.

Was gelesen wird und welche Schüler zum Lesen vor die Tür dürfen, entscheiden die Lehrer. Am Mittwoch hat nicht nur Sophia Gelegenheit, vorzulesen. Auch Malak und Leridona (beide 8) treffen sich mit den Lesepaten. Malak erzählt, dass sie zu Hause schon viele Bücher hat. Und Leridona macht das Lesen jetzt viel mehr Spaß als früher.

Dierke findet es toll, wie schnell die Kinder gerade im ersten Jahr lernen und sich weiter entwickeln. Der Ras­teder erinnert sich an einen Schüler, der anfangs überhaupt nicht vorlesen wollte und der sich nach einem Jahr immer freiwillig meldete, wenn vorgelesen werden sollte. „Das ist ein schönes Erlebnis“, sagt der 79-Jährige.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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