Ammerland - Alle Jahre wieder, wenn es schön sommerlich wird, dann breitet sich eine stinkende Plage auf dem Zwischenahner Meer aus. Blaualgen vermehren sich massenhaft. Sie riechen nicht nur extrem unangenehm, für Schwimmer oder Wassersportler sind sie gefährlich. Auch Fischsterben lösen sie immer wieder aus.
Seit Jahrzehnten ist all das bekannt. Es wird immer mal wieder darüber diskutiert, das Meer zu sanieren. Doch passiert ist bislang nicht wirklich viel. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nacke fordert jetzt einen Masterplan für das Meer. Nicht irgendwann, sondern bald.
Land in der Pflicht
„Das Land Niedersachsen, als Eigentümer des Gewässers, ist aufgefordert, gemeinsam mit den kommunalen Verantwortungsträgern aus dem Ammerland einen solchen Masterplan aufzulegen“, fordert er. Ziel sei eine nachhaltige Sanierung des Meeres. Beim Steinhuder Meer und dem Dümmer habe sich das Land bereits stark engagiert. Das müsse nun auch im Ammerland der Fall sein. Wie teuer eine Sanierung sein wird, das ist derzeit nicht abzusehen. Viele Millionen Euro werden aber nötig sein.
Zuläufe sanieren
Wichtig sei dabei auch eine Sanierung der Zuläufe zum Meer. Diese verlaufen in den Kommunen Bad Zwischenahn, Westerstede und Wiefelstede. Teilweise sind die Zuläufe vom Bau der A 20 betroffen. Notwendige Flurbereinigungen, Gewässerverlegungen oder Ausgleichsmaßnahmen aufgrund dieses Autobahnbaus könnten dabei auch für die Meer-Sanierung genutzt werden, meint Nacke. „Ziel muss es sein, den Nährstoffeintrag so zu reduzieren, dass eine Überlastung des Meeres verhindert wird.“ Aus den Töpfen für Ausgleichsmaßnahmen der A 20 könnte ein Teil der Sanierung bezahlt werden. Auch Bundes-, Landes- und EU-Fördermittel könnten genutzt werden, meint Nacke.
Wichtiger Lebensraum
Das Zwischenahner Meer solle aber nicht nur wegen seiner Funktion als Tourismusmagnet saniert werden. Es hat auch eine wichtige Funktion als Rast- und Ruhefläche für verschiedene Tierarten und bietet einer großen Pflanzenvielfalt Lebensraum. Die Schutzgebiete sollten ebenfalls Teil des Masterplans sein. „Dadurch könnte unter anderem dem immer wiederkehrenden Fischsterben ein Ende bereitet werden“, meint der Wiefelsteder.
Landwirte im Blick halten
Eine einseitige Beschränkung der Landwirtschaft lehnt Nacke ab. „Ein Masterplan könnte die finanziellen und planerischen Möglichkeiten vorsehen, die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigen und andere Bewirtschaftungsformen ermöglichen“, meint er. Auch fordert Nacke die Einbeziehung der Anlieger und ein „transparentes Beteiligungsverfahren für eine breite Öffentlichkeit“.
Das Land Niedersachsen solle jetzt beim Amt für regionale Landesentwicklung eine entsprechende Planungsgruppe einrichten, die mit allen Interessengruppen an einem Tisch einen Maßnahmenplan entwickelt.
