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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Klappt die Rettungsgasse im Ammerland?

09.06.2018

Ammerland Wer auf der Autobahn unterwegs ist, kennt die Situation, dass beim Vordermann die Warnblinkanlage angeht und der Verkehr steht: Stau. Was dann zu tun ist, hat jeder in der Fahrschule gelernt, aber einige vergessen es trotzdem – eine Rettungsgasse bilden. „Diese ist wichtig, damit Rettungskräfte nach vorne zu einer Unfallstelle durchkommen können“, erklärt Jörg Uchtmann, Dienststellenleiter der Autobahnpolizei Oldenburg, die auch für Teile der Autobahnen im Ammerland zuständig ist.

Das Thema der Rettungsgasse taucht immer wieder auf, wie zuletzt bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A1 zwischen den Anschlussstellen Oyten und Posthausen. Einige wartende Auto- und Lkw-Fahrer bildeten keine Rettungsgasse, so dass Einsatzkräfte der Feuerwehr zwei Kilometer zu Fuß Richtung Unfallstelle laufen mussten, um die Rettungsgasse einzuleiten.

Plakate an Brücken, wie hier auf der A 28 zwischen den Anschlussstellen Neuenkruge und Wechloy in Fahrtrichtung Oldenburg, weisen auf die Rettungsgasse hin. BILD: rhw

Keine Rettungsgasse gebildet? – Das kann teuer werden

Wer keine Rettungsgasse bildet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Im vergangenen Jahr wurden die Bußgelder hierfür erhöht. Waren es zuvor nur 20 Euro gewesen, so drohen nun mindestens 200 Euro. Mit Behinderungen werden 240 Euro und ein Monat Fahrverbot daraus. Bei Sachbeschädigung sind sogar 320 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot zu erwarten.

Hinweistafeln und Plakate an Autobahnbrücken oder vor Baustellen weisen immer wieder darauf hin, dass bei Staubildung eine Rettungsgasse freigehalten werden muss.

Die Erfahrungen der Autobahnpolizei Oldenburg mit der Rettungsgasse im Ammerland sind wechselhaft. Mal werde vorbildlich eine Gasse gebildet, dann führen einige erst an die Seite, wenn sich Rettungskräfte von hinten nähern würden, und in einigen Fällen sei keine gebildet worden, berichtet Uchtmann.

Eine Rettungsgasse sollte sofort gebildet werden, wenn Verkehrsteilnehmer merken, dass sich der Verkehr staut, betont der Dienststellenleiter. Dabei sei es unerheblich, ob der Grund für den Stau tatsächlich ein Verkehrsunfall sei oder nur stockender Verkehr. Wenn ein Verkehrsteilnehmer eine Rettungsgasse erst bilde, wenn er wisse, dass es sich um einen Verkehrsunfall handle, sei es meistens schon zu spät, um richtig Platz machen zu können. Daher: Bei den ersten Anzeichen eines Staus – spätestens wenn Schrittgeschwindigkeit gefahren wird – die Rettungsgasse bilden.

Wo die Gasse gebildet werden muss, ist eindeutig geregelt. Der Platz für die Einsatzfahrzeuge ist zwischen dem linken und dem rechts daneben liegenden Fahrstreifen freizuhalten. Das bedeutet, Autofahrer auf dem linken Fahrstreifen fahren ganz nach links und jene auf den rechten Fahrspuren ganz nach rechts.

Überwiegend positive Erfahrungen mit der Bildung der Rettungsgasse hat der Rettungsdienst Ammerland gemacht, erklärt Michael Peter, Geschäftsführer der Rettungsdienstes Ammerland GmbH. Häufig werde eine Rettungsgasse gebildet, wie beim schweren Unfall am Dienstag auf der A29, berichtet Peter. Auch er betont, dass es wichtig sei, frühzeitig schon bei zähfließendem Verkehr eine Rettungsgasse zu bilden. Ansonsten sei nicht genügend Platz zum Rangieren und die Gasse zu schmal. Dies sei gerade für die Rettungswagen, die mindestens 2,10 Meter breit sind, problematisch.

Dies betreffe auch die noch größeren Feuerwehrfahrzeuge, ergänzt Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr: „Wir brauchen Platz, um durchfahren zu können. Unsere Fahrzeuge sind Zwölf- und 18-Tonner, das sind Lkw“, sagt er. Ein weiterer Vorteil: Je breiter die Rettungsgasse sei, desto schneller käme die Feuerwehr zur Unfallstelle – und manchmal käme es auf Minuten an, um Menschen zu retten.

Die Kameraden würden viel Werbung für die Rettungsgasse machen. Hoffbuhr hofft, dass dies bald verfängt und es dann selbstverständlich ist, eine Rettungsgasse zu bilden.

Wie wichtig eine Rettungsgasse ist, zeigt die Dokumentation unserer TV-Kollegen:

Renke Hemken-Wulf
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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