• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Fünf Verletzte nach Zusammenstoß in Kreuzung
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 2 Minuten.

Unfall In Oldenburg
Fünf Verletzte nach Zusammenstoß in Kreuzung

NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Kühlkette unterbrochen – Was erwartet die Supermarkt-Täter?

08.01.2019

Augustfehn In den Kühlregalen in der Augustfehner Lidl-Filiale, wo sonst ein Karton mit Waren neben dem anderen steht, war noch Platz. Ansonsten deutete am Montag kaum noch etwas auf die Ereignisse des vergangenen Wochenendes hin.

Was war geschehen?

In der Nacht zum vergangenen Freitag hatten nach Polizeiangaben zwei 18-Jährige das Dach der Lidl-Filiale bestiegen und sich dort an den Aufbauten zu schaffen gemacht. Dabei wurde stiller Alarm ausgelöst. Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hatte die jungen Männer gestellt, die unglaubwürdige Angaben als Gründe nannten, warum sie sich auf dem Dach aufhielten. Nach einem Atemalkoholtest ließ der Mann die jungen Leute gehen. Der Mitarbeiter hatte zwar Beschädigungen festgestellt, die am nächsten Tag behoben werden sollten, konnte aber nicht abschätzen, welche Folgen diese hatten.

Am Morgen stellten Lidl-Mitarbeiter dann jedoch fest, dass Kühlregale in der Filiale des Discounters nicht mehr liefen. Stark beschädigt worden war – wie der Discounter auf Anfrage der NWZ mitteilte – das Kühlaggregat. Das habe zur Folge gehabt, dass die Kühlanlage für die Regale der Molkereiprodukte ausgefallen sei. Die Kühltruhen waren nicht betroffen. Da die Kühlkette unterbrochen worden sei, habe man die Produkte entsorgen müssen. Am Samstag konnte die Kühlanlage wieder in Betrieb genommen werden. Durch Lieferungen aus dem Lager gab es keine Probleme, was die Verfügbarkeit der Waren betraf.

Wie hoch ist der Schaden?

„Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns grundsätzlich nicht zu Schadenssummen äußern“, schreibt Lidls Pressestelle aus Neckarsulm ferner. Von Seiten der Polizei hatte es geheißen, dass der Schaden (inklusive Reparaturkosten, erhöhtem Personalaufwand und Verdienstausfall) auf mehr als 20 000 Euro geschätzt werde.

Wie ist der Stand der Ermittlungen?

„Wir ermitteln, ob die Beschädigungen, die die beiden jungen Männer begingen, ursächlich für den Ausfall der Kühl- und Gefrierschränke sind oder ob es möglicherweise andere Gründe gibt“, so Rolf Cramer, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes bei der Polizei in Westerstede. Bei den beiden tatverdächtigen jungen Männern handele es sich um zwei 18-Jährige, die polizeibekannt seien. Einer von ihnen absolviere eine Ausbildung, der andere sei arbeitslos. Beiden würde jetzt Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. Beide hätten dann ein Strafverfahren und ein zivilrechtliches Verfahren zu erwarten.

Könnten auch die Eltern haften?

„Eltern würden in einem solchen Fall nicht herangezogen, 18 heißt 18, volljährig heißt volljährig“, sagt Richter Jörg Sprenger, Direktor des Westersteder Amtsgerichts. Was die zivilrechtlichen Folgen beträfe, so sei damit zu rechnen, dass das Unternehmen, wenn die beiden angeklagt würden, Schadensersatz fordere. Wenn das Unternehmen nicht innerhalb von fünf Jahren klage, verjährten die Taten.

Es könne jedoch passieren, so Sprenger, dass die 18-Jährigen in die Privatinsolvenz gingen. Kosten aus strafbaren Handlungen würden jedoch nicht in der Privatinsolvenz berücksichtigt. 30 Jahre lang könne man mit einem entsprechenden Urteil Gelder eintreiben.

Was den strafrechtlichen Rahmen beträfe, müsse man schauen, ob die 18-jährigen Täter nach dem Jugendstrafrecht verurteilt würden. Nach dem Strafrecht gelte man erst mit 21 Jahren als Erwachsener. Die jeweilige Reife, die Erziehungssituation und mögliche Vorstrafen seien zu berücksichtigen. Gerade Urteile nach dem Jugendstrafrecht sollten dazu führen, neuen Straftaten entgegenzuwirken.

Was wäre, wenn die Täter jünger als 18 wären?

Kinder bis sieben Jahren seien nicht für ihre Taten verantwortlich, so Sprenger weiter, bei Sieben- bis Zehnjährigen nur dann, wenn die Kinder den Schaden vorsätzlich begingen. Bei 10- bis 18-Jährigen stehe die Frage im Mittelpunkt, ob die Kinder bzw. Jugendlichen de Folgen ihres Handelns überblickten. Jeder Fall sei anders.

Was den Schadensersatz bei Taten von Kindern und Jugendlichen beträfe, so spiele die Aufsichtspflicht der Eltern eine große Rolle. Je älter die Kinder und Jugendlichen, desto geringer sei die Aufsichtspflicht. Eltern müssten nicht die ganze Zeit ältere Kinder und Jugendliche beaufsichtigen.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2605
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.